Alexander von Bernus
Alexander von Bernus (* 6. Februar 1880 in Aeschach bei Lindau † 6. März 1965 in Donaumünster) war ein deutscher Schriftsteller.
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Leben
Kinder -, Schul - und Studienzeit, Militärdienst (1880-1907/1912-1916)
Kurz nach der Geburt zog die Familie für 4 Jahre nach Manchester um anschließend von 1884-1886 Wohnsitz in Heidelberg zu nehmen. Der 1886 erfolgte Umzug in das Stift Neuburg mit begann für Alexander von Bernus mit hauseigenem Unterricht. Ein achtjähriger Gymnasiumsbesuch in Heidelberg und Speyer schloss sich an, bis er von 1898-1902 seinen Militärdienst im badischen Leibdragoner Regiment in Karlsruhe als Fahnenjunker und schließlich als Leutnant absolvierte. Von 1902-1907 begann Alexander von Bernus ein Studium der Literaturgeschichte und Philosophie in München. 1912-1916 ergänzte er dieses noch mit einem Studium der Medizin und Chemie.
Schriftstellerische und Philosophische Laufbahn
Erste Gedichte veröffentliche er gemeinsam mit Stefan Zweig 1902, es folgte 1903 die Veröffentlichung seines ersten Gedichtbandes Aus Rauch und Raum bei Schuster und Löffler in Berlin. Von 1902-1907 fungierte er als Herausgeber der Vierteljahresschrift Der Freistatt und betrieb von 1907-1912 ein eigenes kleines Theater, die Schwabinger Schattenspiele. 1916-1920 gab Alexander von Bernus die anthroposophisch - philosophische Zeitschrift Das Reichheraus. In England aufgewachsen übertrug er eine vielzahl englischer Lyrik ins Deutsche, sein eigenes lyrisches Gesamtwerk dürfte fast 1000 Gedichte umfassen. Daneben verfasste er Versspiele, gelegentlich Kurzprosa. Seine Lebenserinnerungen "Wachsen am Wunder" blieben fragmentarisch.
Biographie
Bei Ricarda Huch (1905) lernte er Karl Wolfskehl kennen, mit dem er bis zu dessen Exil und Tod in Neuseeland eng verbunden blieb:
- "Meine erste Begegnung mit Karl Wolfskehl war im Sommer 1905 bei Ricarda Huch in ihrem Landhause in Grünwald im Isartal. Wolfskehl war damals 36jährig. Eine hohe Gestalt mit ausladenden Bewegungen, - das schöne Haupt mit den dunkeln Haaren erinnerte an den Bacchus barbatus. Sein Wissen auf allen Gebieten war erstaunlich. Viele junge werdende Menschen haben von ihm empfangen; auch ich, der damals Fünfundzwanzigjährige. Unser erstes Gespräch ging über Bücher. Wolfskehls Bibliothek, vor allem der deutschen Literatur des siebzehnten, achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts war ungemein reichhaltig; von Jahr zu Jahr mit großen bibliophilen Kenntnissen ergänzte und erweiterte er sie. Ich selbst hatte mit dem Ausbau meiner eigenen Bücherei gerade um jene Zeit begonnen und verdanke Wolfskehl, vor allem in den ersten Jahren meines Büchersammelns, mancherlei Anregungen. Bald nach dieser Begegnung bei Ricarda Huch besuchte ich Wolfskehl in seiner Münchener Wohnung in der Leopoldstaße unweit der meinigen in der Ainmillerstraße. (...)"1) .
1908 erbt er das Stift Neuburg, wo er große Teile seiner Kindheit verbrachte. Die von Bernus 1907 in München gegründeten "Schwabinger Schattenspiele" werden nach dem Umzug nach Stift Neuburg dort noch 2 Jahre weiter geführt. 1912 stirbt sein Sohn Alwar tragisch, er verunglückt im Stift beim Spiel. Alexander von Bernus heiratet 1914 Imogen von Glasenapp. Nach dem 1. Weltkrieg erfolgt 1921 die Gründung des alchymistich-spagyrischen Laboratoriums Stift Neuburg. Am 1. September 1926 gibt er das Stift zurück an die Benediktiner. Bereits 1921 hat er das Schloss Donaumünster in Donaumünster erworben, das er bis 1943 während der Sommermonate bewohnt. Nachdem seine beiden Häuser in Stuttgart (Wohnung + Labor) 1943 beim ersten Bombenangriff auf die Stadt vollkommen zerstört wurden, zieht er mit Isa von Bernus ganz nach Donaumünster.
1954 erhält er die Mitgliedschaft im PEN - Club und an der Akademie für Sprache und Dichtung. 1960 verleiht man ihm das Bundesverdienstkreuz Er stirbt 1965.
1)Alexander von Bernus: Meine Begegnung mit Karl Wolfskehl. In: Die Wandlung. Eine Monatsschrift. 3. Jg. 1948. S.416.
Einschneidendes und Prägendes
Prägende Literatur
Alexander von Bernus entdeckte als Gymnasiast die Bücher der Romantiker, welche ihn sehr inspirierten. Die wichtigsten für ihn waren: Clemens Brentano „Godwi, eine verwilderter Roman von Maria“ Achim von Arnim “Isabella von Ägypten“, „Des Knaben Wunderhorn“ Und vor allem Eichendorffs „Dichter und ihre Gesellen“
Prägende Ereignisse und Zeiträume
Besonders liebte er die Sommer bei seiner Großmutter, da jene ihm die Liebe zu Natur beibrachte.
Das wohl einschneidenste Erlebnis war jedoch, als Alexander von Bernus im Alter von 16 Jahren erfuhr, dass seine Tante Johanna und sein Onkel Grashey seine wahren Eltern waren und somit von seiner Verwandtschaft zum Dichterfürsten Goethe erfuhr.
Dass er schon in jungen Jahren in einen erlauchten literarischen Zirkel aufgenommen wurde, förderte seine literarische Entwicklung ebenso wie seine Freundschaften mit unter anderem Karl Wolfskehl, Stefan Zweig, Frank Wedekind, Rainer Maria Rilke, Stefan Zweig, Thomas Mann, Hermann Hesse, Erich Lichtenstein und Stefan George, der Grundstein für die meisten Freundschaften wurde während seines Studiums im München gelegt. Von 1908-1926 besuchte ihn sein Freundeskreis regelmäßig jeden Sommer im Stift Neuburg. Er beschrieb diese Zeit als Geschenk wunderbarer geistiger Geselligkeit. Im Jahre 1912 starb Alexander von Bernus' Sohn und der Baron widmete sich nun alchemistischen und okkulten Studien. Aufgrund seines Interesses für Anthroposophie (Erforschung der übersinnlichen Welt) und Theosophie gründete Bernus 1916 die anthroposophische Zeitschrift "Das Reich", für die u. a. auch Alfred Kubin, Else Lasker-Schüler und Rudolf Steiner schrieben.
Werke
Alexander von Bernus verfasste 450 Werke darunter 20 Gedichtbände sowie Novellen, Schattenspiele, Stücke, Mysterienspiele, Prosatexte und das alchemistische Werk „Alchymie und Heilkunst“. In seinem Laboratorium entwickelte er 30 spagyrische (= der Teil der Alchemie, der sich mit Heilmitteln beschäftigt)Heilmitteln aus Pflanzen, Mineralien und Metallen. Mit seinen Forschungsresultaten und Heilmitteln versuchte er im 20. Jahrhundert zu beweisen, dass Alchemie mehr ist als mittelalterlicher Aberglaube.
- Das schwarze Bilderbuch. Darmstadt 1978
- Wachsen am Wunder. Heidelberg 1984
Literatur
Alexander von Bernus: Aus Welt und Überwelt. Ausgewählte Gedichte. Ausgewählt und begleitet von Isa von Bernus und Irmhild Mäurer. Dornach 1995.
Alexander von Bernus: Novellen. Nürnberg 1980. Antiquarische Restbestände erhältlich über: Alexander von Bernus Gesellschaft e. V., Schloss Donaumünster, 86660 Tapfheim.
Alexander von Bernus: Die Blumen des Magiers. Nachtstücke und Phantasien. Stuttgart 2002.
Hans Karl Nürnberg: Worte der Freundschaft für Alexander von Bernus. 1949. Antiquarische Restbestände erhältlich über: Alexander von Bernus Gesellschaft e. V., Schloss Donaumünster, 86660 Tapfheim.
- Helmut Gebelein: Alchemie. Kreuzlingen 2000.
Weblinks
- {{ #if:
| | * Literatur von und über Alexander von Bernus im Katalog der DDB
}}
- Alexander von Bernus Gesellschaft e. V.
- Isa von Bernus
- Bernus-Bibliographie auf den Seiten der Badischen Landesbibliothek
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bernus, Alexander von |
| ALTERNATIVNAMEN | |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schriftsteller |
| GEBURTSDATUM | 6. Februar 1880 |
| GEBURTSORT | Aeschach bei Lindau |
| STERBEDATUM | 6. März 1965 |
| STERBEORT | Donaumünster |


