Enrico Berlinguer

Enrico Berlinguer (* 25. May 1922 in sitting air on Sardinien; † 11. June 1984 in Padua) was an Italian politician.

He was Secretary-General of many years that Italian a communist party (in the following shortened with PCI for Partito Comunista Italiano) and a prominent representative of the international communist movement.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft

Berlinguer wurde als Sohn von Maria Loriga und Mario Berlinguer in Sassari auf Sardinien geboren. Sein Vater entstammte einer katholischen sardischen Adelsfamilie und war als Advokat tätig, zunächst Mitglied in der Republikanischen Partei, später sozialistischer Senator. Sein kultureller und familiärer Hintergrund und seine politischen Beziehungen haben seine Karriere und sein Leben beeinflusst.

Er war der Cousin von Francesco Cossiga (der ein führender italienischer Christdemokrat war und später Präsident der Italienischen Republik wurde) und beide waren Verwandte von Antonio Segni, einem weiteren führenden Christdemokraten und Staatspräsidenten. Enricos Großvater, Enrico Berlinguer sen., war der Gründer von La Nuova Sardegna, einer wichtigen sardischen Zeitung und ein persönlicher Freund Giuseppe Garibaldis und Giuseppe Mazzinis, denen er bei der parlamentarischen Arbeit gegen die Armut auf der Insel geholfen hatte .

1937 nahm Berlinguer seine ersten Kontakte zu sardischen Antifaschisten auf. 1943 trat er dem PCI bei, wurde schnell Sekretär der Sektion Sassari und nahm am antifaschistischen Widerstandskampf (Resistenza) teil. Im Folgejahr entlud sich ein Aufstand in der Stadt, an dem er beteiligt war, weshalb er eingesperrt, aber schon nach 3 Monaten wieder freigelassen wurde.

Unmittelbar nachdem seine Haft endete, brachte ihn sein Vater nach Salerno, der Stadt, in der sich die königliche italienische Familie und die Regierung vor den Auseinandersetzungen zwischen den Alliierten und Deutschen in Italien geflüchtet hatten. In Salerno stellte ihn sein Vater Palmiro Togliatti vor, dem wichtigsten Repräsentanten der Kommunistischen Partei Italiens und Schulfreund von Mario Berlinguer.

Togliatti sandte Berlinguer zurück nach Sardinien, um sich auf seine politische Zukunft vorzubereiten. Ende 1944 schlug Togliatti ihn zum nationalen Sekretär des Italienischen Kommunistischen Jugendverbandes FGCI vor. Er wurde schnell von dort nach Mailand entsandt. Nach 1949 bis 1956 war er Generalsekretär des FGCI, von 1950 bis 1953 war er Präsident des Weltbundes der Demokratischen Jugend.

1946 stieg Togliatti zum Generalsekretär des PCI auf und rief Berlinguer nach Rom, wo Berlinguer bereits zwei Jahre später, mit 26 Jahren das jüngste Mitglied des Zentralkomitees, seine politischen Talente eine nationale Führungsrolle erreichen ließen.

Enrico Berlinguer war mit einer praktizierenden Katholikin verheiratet, Vater zweier Töchter und eines Sohnes.

1957 wurde Berlinguer Direktor der Zentralhochschule des PCI. Er schaffte den bis dahin für eine Verwendung in höherer Kaderfunktion nötigen obligatorischen Aufenthalt mit politischer Schulung in der Sowjetunion ab. Seit 1945 Mitglied des Zentralkomitees, stieg er 1959 zum Vollmitglied des Parteivorstandes auf, verantwortlich für die Organisation, 1962 bis 1966 ins Sekretariat und seit 1963 ins Politbüro gewählt, seit 1968 Mitglied des italienischen Parlaments, 1969 auf dem Parteitag in Bologna zum Stellvertretenden Generalsekretär gewählt (der Generalsekretär war inzwischen Luigi Longo), stieg er auf dem 13. Parteitag 1972 zum Generalsekretär des PCI auf.

Togliattis "Wende von Salerno"

Der PCI war von Palmiro Togliatti im März 1944 nach seiner Rückkehr aus dem sowjetischen Exil als "Partei neuen Typs" wiedergegründet worden mit dem Ziel, sich von einer Kader- zu einer Massenpartei zu entwickeln. In Italien ermöglicht Togliattis "Wende von Salerno" (Eintritt in die bürgerliche Regierung, 1944 bis 1945 stellvertretender Ministerpräsident unter Ivanoe Bonomi, 1945 bis 1946 Justizminister unter Alcide De Gasperi) einen entscheidenden Beitrag der Resistenza zum Sieg über den Faschismus. Togliatti strebte mit den Sozialisten eine Volksfront an, um auf parlamentarischem Weg Staat und Gesellschaft zu revolutionieren, allerdings suchte er auch die Zusamenarbeit mit bürgerlichen Kräften, um soziale Ziele durchsetzen zu können. Bereits 1956 entwickelte Togliatti die Idee des Polyzentrismus im Kommunismus, der politischen "Einheit in der Vielfalt" (politischer Praxis).

Der PCI beginnt, die von der UdSSR gegenüber den USA betriebene Koexistenz selbst zu praktizieren. Schließlich wendet der PCI die Koexistenz auch auf die Innenpolitik an. In den 70er Jahren öffnete Berlinguer die Beziehungen zur Industrie und allgemein gesprochen, zu den konservativen Kräften der Gesellschaft. Er erklärte öffentlich, dass der PCI mit Interesse ein neues wirtschaftliches Entwicklungsmodell beobachte, ein Konzept, das Teil der Programmatik der Industriellen und Unternehmer war. Zu diesem Konzept gehörte die Ansiedlung von Großindustrie im Mezzogiorno, dem wirtschaftlichen unterentwickelten und armen Süden Italiens, wie z.B. der Bau eines Stahlwerks in Bagnoli bei Neapel und des Autowerks Alfasud von Alfa Romeo. Auch Italsider errichtete ein Stahlwerk bei Tarent, das im Gegensatz zu dem in Bagnoli noch heute betrieben wird und FIAT plante ein Werk in Kalabrien.

Protagonist des Eurokommunismus

Berlinguer war seit 1964 weit über Italien hinaus als Vertreter der Strömung innerhalb des PCI insbesondere auf dem Moskauer Kongress der Kommunistischen Parteien 1969 bekannt, die einen autonomen Kurs ihrer Partei gegenüber der KPdSU suchte. Die von Berlinguer angeführte italienische Delegation stimmte der offiziellen Linie nicht zu und weigerte sich, das Schlussdokument zu beschließen. Berlinguer hielt die stärkste Rede unter den wichtigsten kommunistischen Kadern, die jemals in der Sowjetunion gehalten wurde, in der es ablehnte, die chinesischen Kommunisten zu "exkommunizieren" und Leonid Breschnew direkt mitteilte, dass die "Tragödie von Prag", die Invasion des Warschauer Pakts in die Tschechoslowakei, die Unterschiedlichkeit der Konzepte über fundamentale Themen wie nationale Souveränität, sozialistische Demokratie und die Freiheit der Kultur in der internationalen kommunistischen Bewegung klar zu Tage gefördert hätte.

In den 70er Jahren wurde Berlinguer vor allem als Protagonist des von einigen westeuropäischen KPs (derer Italiens, Frankreichs und Spaniens, der Linkspartei Schwedens u. a.), aber auch von der australischen und japanischen KP propagierten sogenannten Eurokommunismus bekannt. Kerngedanke war die Überwindung des beschränkten gesellschaftlichen Einflusses der kommunistischen Parteien als gesellschaftliche Minderheit durch Teilnahme an der parlamentarischen Demokratie und der aus ihr hervorgehenden Regierungen. Diese reformistische Ideologie schloss eine Regierungszusammenarbeit mit bürgerlichen und sozialdemokratischen Parteien ein. Dafür verlangten die bürgerlichen Parteien die Aufgabe grundsätzlicher marxistischer und leninistischer Positionen, wie z.B. der "Diktatur des Proletariats".

Während Spaniens PCE unter Santiago Carrillo kaum über Deklarationen hinaus kam und die von Georges Marchais geführte PCF bald auf Distanz ging, wurde der Eurokommunismus unter Berlinguer fast ein Jahrzehnt zur beherrschenden Strömung im PCI.

An der Schwelle zu den 70er Jahren war Berlinguer noch bei den "revolutionären Massenunruhen", den Streiks für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen unter den Arbeitern in der Industriemetropole Turin, der Zentrale des FIAT-Konzerns, vor Ort dabei. Die Erfolge trugen zum wachsenden Masseneinfluss des PCI bei und begründeten sein hohes Ansehen an der Basis.

Der Einfluss des jugoslawischen Modells und die Lehren aus Prag

Die Wurzeln des Eurokommunismus reichen, was in den ohnehin raren Untersuchungen meist fehlt, bis zum Ausgang des Zweiten Weltkrieges zurück. 1948 erklärt Josip Broz Tito unter dem Eindruck der sowjetischen Bevormundung und wirtschaftlichen Erpressung für Jugoslawien seinen eigenen Weg zum Sozialismus, der mit einer Wirtschaftsblockade beantwortet, aber trotzdem verwirklicht, wurde. Die Politik der KPdSU, die seit Chruschtschow die Möglichkeit der Koexistenz von Kommunismus und Kapitalismus propagierte, führte zum Konflikt mit der Kommunistischen Partei Chinas (Mao forderte viel radikalere Positionen und ein sofortiges Anstreben der kommunistischen Weltrevolution) und zu Fehlentwicklungen in den sozialistischen Staaten Osteuropas. Berlinguer griff als vom Parteisekretariat mit internationalen Aufgaben Betrauter in die Auseinandersetzungen zwischen KPdSU und KPCh differenziert ein. 1968 verurteilte Berlinguer die Intervention des Warschauer Paktes in der Tschechoslowakei. Es beginnt der Prozess der Spaltung der internationalen kommunistischen Bewegung und der Isolation der KpdSU im Westen, der Gorbatschow den Weg an die Macht ebnet, der das Ziel verfolgte, die kommunistische Gesellschaft der Sowjetunion gegenüber dem Ausland hin zu öffnen und sich auf sozialdemokratischen Positionen sich hin neu zu orientieren.

NATO - Schutzschild für Sozialismus?

1974 reiste Berlinguer nach Belgrad, um Jugoslawiens Präsidenten Tito zu treffen und weiter Kontakte zu anderen wichtigen Kommunistischen Parteien in Europa, Asien und Afrika aufzunehmen. In Moskau 1976 bestätigte Berlinguer erneut die autonome Position des PCI gegenüber der KPdSU. Vor 5.000 Delegierten sprach er von einem pluralistischen System (vom Übersetzer als vielgestaltig übersetzt), beschrieb er die Absicht des PCI, einen Sozialismus aufzubauen, der, wie wir glauben, notwendig und möglich nur in Italien ist. Als Berlinguer schließlich die Verurteilung jeder Art von Intervention als Standpunkt des PCI erklärte, war der Bruch mit Moskau perfekt. Da Italien bereits unter der "Intervention" der NATO leide, sei die einzige Intervention, die ein italienischer Kommunist nicht erleiden könne, die sowjetische, war die sowjetische Antwort. In einem Interview mit der italienischen Tageszeitung Corriere della Sera erklärte Berlinguer daraufhin, er fühle sich unter dem Schirm der NATO sicherer. Als Berlinguer einige Monate später wieder in Moskau eine von den Sowjets nicht geschätzte Rede hielt, wurde sie in der Prawda nur nach Zensur veröffentlicht.

Neben berechtigter Kritik an sozialistischen Deformierungen in der UdSSR und an der Führungsrolle der KPdSU beteiligte der PCI sich an der Kritik der Politik der UdSSR. Die Parteizeitung des PCI, "L'Unità" kritisierte z.B. 1976 als NVA-Grenzer einen italienischen kommunistischen LKW-Fahrer an der innerdeutschen Grenze bei der Abfertigung einfach erschossen. 1980 kritisierte Berlinguer gemeinsam mit Santiago Carrillo die Intervention der UdSSR in Afghanistan. Berlinguer und Carrillo kritisierten die UdSSR 1982 auch dafür, dass sie den Polen keine andere Chance gegen eine Intervention à la Prag 1968 ließ, als den Putsch General Wojciech Jaruzelskis 1981 gegen die Verfassung der Volksrepublik Polen.

Der PCI akzeptierte die "Spielregeln der bürgerlichen Demokratie", übernahm das westliche Staatsmodell, für das er lediglich eine "demokratische Transformation" forderte, anerkannte das das marktwirtschaftliche System und proklamierte einen eigenen "Weg zum Sozialismus". 1972 auf dem Parteitag, bei dem Berlinguer zum Generalsekretär gewählt wurde, bekannte sich der PCI zur "pluralistischen Demokratie" und zu den individuellen "bürgerlichen Freiheitsrechten".

Wachsender parlamentarischer und gesellschaftlicher Einfluss

Der PCI war zu Beginn der 1970er Jahre mit über zwei Millionen Mitgliedern und fast 34 Prozent Wählerstimmen die stärkste und politisch einflussreichste Kommunistische Partei der kapitalistischen Industriestaaten. Im Parlament steigerte er seit den 60er Jahren kontinuierlich ihre Sitzzahl und belegte schließlich 1976 mit ca. 34 Prozent und nur knapp fünf Prozent Abstand hinter der Democrazia Cristiana, der führenden Regierungspartei, den zweiten Platz. Bei den Parlamentswahlen im Juni 1976 erreichte der PCI sein historisch bestes Ergebnis. Berlinguer wurde auch in den bürgerlichen Medien als Schlüsselfigur der italienischen Politik anerkannt. Die Verabsolutierung der parlamentarischen Erfolge stärkte die sozialdemokratische Strömung, die sich als Wortführerin des Eurokommunismus durchsetzte.

Während die Reformisten zu dieser Zeit bereits an die Umwandlung in eine sozialdemokratische bzw. sozialistische Partei dachten, setzte Berlinguer unter eurokommunistischen Vorzeichen auf den Erhalt der revolutionären Potenzen und ihre Nutzung in der Regierungszusammenarbeit mit der DC. Wenn die Basis der Partei sich in den siebziger Jahren weitgehend dem reformistischen Kurs unterordnete, geschah das wohl im Vertrauen darauf, dass Berlinguer sich auf diese kämpferischen Positionen stütze.

Historischer Kompromiss

1973, als Berlinguer während eines Bulgarienbesuchs wegen eines Autounfalls im Krankenhaus lag, schrieb er 3 berühmte Artikel:

  • Reflexionen zu Italien
  • Nach den Tatsachen von Chile
  • Nach dem Putsch (in Chile)

für das intellektuelle Wochenmagazin der Partei Rinascita, in dem er die Strategie des sogenannten Compromesso storico (Historischer Kompromiss) erörterte, einer Hypothese einer Koalition zwischen PCI und DC, um Italien eine Periode politischer Stabilität in einer Zeit ernsten wirtschaftlichen Krise und in einem Umfeld, in dem einige Kräfte einen Putsch anstrebten, zu geben.

Hauptziel des PCI wurde der Regierungseintritt mit dem Zweck der Umgestaltung von Wirtschaft und Gesellschaft, was zum sogenannten Compromesso storico mit der DC führte. Berlinguers Ziel war es, an Gramscis Definition des Historischen Blocks anzuknüpfen. Die Notwendigkeit, gegen die seiner Meinung nach nach dem Sturz Allendes anwachsende faschistische Gefahr ein breites Bündnis unter Einschluss auch der DC zu bilden, stellte einen Ausgangspunkt dar.

Berlinguer unternahm kleine Schritte, die einen Konsens im PCI darüber entwickelten, den anderen gesellschaftlichen Gruppen näher zu kommen. Nach der überraschenden Öffnung 1970 gegenüber den konservativen Kräften in der Gesellschaft, publizierte er eine Korrespondenz mit dem Bischof von Ivrea, Luigi Bettazzi. Dies war insofern überraschend, weil jede gemeinsame Plattform seit der Exkommunikation von Kommunisten durch Papst Pius XII. kurz nach dem Zweiten Weltkrieg ziemlich unwahrscheinlich schien. Es geschah auch in der Absicht, während der Jahre der schlimmsten Gewalt durch die Roten Brigaden den populären Anschuldigungen entgegenzutreten, der PCI würde linke Terroristen schützen. In diesem Zusammenhang öffnete der PCI seine Türen für viele Katholiken und eine öffentliche Debatte über die Möglichkeit des Kontakts entstand. Bemerkenswerterweise wurde Berlinguers streng katholische Familie nicht aus ihrer strikt respektierten Privatsphäre gerissen.

Nach dem sensationellen Sieg bei den Parlamentswahlen im Juni 1976 (der PCI erreichte 34,4 % der Stimmen), begannen die Verhandlungen für einen Regierungseintritt. Der PCI befand sich hierfür in einer starken Position, die sie jedoch nicht für eine Regierungsbeteilgung nutzen konnte. Als zweitstärkste Fraktion belegte er in der Abgeordnetenkammer 227 Sitze und stellte den Präsidenten, im Senat den Stellvertreter. Sieben Kommunisten leiteten Parlamentsausschüsse. In den Regionen beteiligte sich die Partei an fast der Hälfte der Regierungen. In allen Großstädten von Mailand über Bologna und Rom bis nach Neapel stellte sie die Mehrheit in den Stadtparlamenten und regierte zusammen mit den Sozialisten. In 1.362 von 8.068 Städten stellte sie den Bürgermeister und in 929 von 2.754 Provinzen den Regierungspräsidenten. Die Vertretung des PCI und der Partito Socialista Italiano auf der Ebene von den Gemeinden bis zu den Landesparlamenten entsprach 52,8 Prozent der Wähler. Helmut Schmidt, der damals sozialdemokratischer deutscher Bundeskanzler war, kündigte im Falle der Regierungsbeteiligung des PCI an, die von der Bundesrepublik dem italienischen Staat gewährten Kredite vorzeitig zurückzufordern. Er und amerikanische Politiker dachten laut darüber nach, inwiefern sich bei einer Regierungsbeteiligung des PCI Italiens Stellung innerhalb der NATO verändern würde.

Die "parlamentarisch-programmatische Mehrheit"

Nach den Wahlen 1976 begann der PCI, die reformistische Konzeption in die Praxis umzusetzen. Eine sogenannte "Regierung der nationalen Solidarität" regierte in Italien, aber Berlinguer erklärte, dass ein starkes und kraftvolles Kabinett, das die ungewöhnliche Krise meistern könne, als eine "Notstandsregierung" gebraucht würde. Der PCI half der DC, die keine Mehrheit besaß, über die schwere Regierungskrise hinweg, indem er deren Kabinett in the parliament by abstention supported. it tuned 1978 on the basis of a closed intergovernmental agreement, which planned its entrance into the cabinet however only at a later, temporally not fixed time, for the large coalition led by that DC rights and USA man of confidence Giulio Andreotti. Für die in Aussicht gestellte Regierungsbeteiligung und das - niemals eingehaltene - Versprechen, gewisse soziale und ökonomische Reformen einzuleiten, verhinderte er durch Enthaltung die Abwahl der DC-Minderheitsregierung. Sie erklärte sich bereit, rigorose Sparmaßnahmen der Regierung mitzutragen und mäßigend auf den Widerstand der Gewerkschaften dagegen einzuwirken.

Im Juni 1978 wurde Präsident Giovanni Leone einer kleineren Schmiergeldaffäre in einer auch vom PCI unterstützten Kampagne beschuldigt, die mit dem Rücktritt des Präsidenten endete. Die Wahl des sozialistischen Veteranen Alessandro Pertini zum Staatspräsidenten wurde auch von Berlinguer unterstützt, zeigte aber nicht die von Berlinguer erwarteten Effekte.

Die DC-Rechte sabotierte das Regierungsabkommen, der DC-Vorsitzende und Partner der PCI, Aldo Moro, fiel im Mai 1978 einem vermutlich von der rechtsgerichteten Organisation P2 inszenierten Attentat der Roten Brigaden zum Opfer.

Am Tag der Vereidigung eines neuen Kabinetts wurde Aldo Moro entführt. Berlinguer rief zur Entschlossenheit auf und lehnte Verhandlungen ab (die Roten Brigaden wollten Moro bei Verhandlungen gegen einige Inhaftierte austauschen, letztlich hätten sie sich mit einigen symbolischen Handlungen und öffentlichen Erklärungen zufriedengegeben, wie einer der Beteiligten später behauptete). Aber die Festigkeit zahlte sich für den PCI nicht aus. Durch den Fall Aldo Moro geriet die Partei in die gesellschaftliche Isolation.

Konkrete Maßnahmen zur Zurückdrängung der "faschistischen Gefahr", wie der Austausch antidemokratischer Befehlshaber in Polizei und Armee fehlten. Damit war der PCI vom Ziel seiner ursprünglichen Absichten immer noch weit entfernt. Die Zusammenarbeit mit der DC wurde aber gegen heftige Proteste nicht nur der PCI-Basis, sondern auch von Teilen des Parteiapparates und darüber hinaus der übrigen Linken (Manifesto, Proletarische Demokratie, Partei der Proletarischen Einheit) durchgesetzt. Der PCI-Vorsitzende Luigi Longo erklärte, es könne nicht darum gehen, das von der DC beherrschte "Machtsystem zu verteidigen", sondern das Erbe der Resistenza zu wahren.

Im Januar 1979 erklärte Berlinguer gegen den Widerstand der Reformisten, die trotzdem die Regierungszusammenarbeit fortsetzen wollten, den Austritt aus der Parlamentskoalition. Der Historische Kompromiss war gescheitert. Statt einer Zurückdrängung der Rechtsextremen war es zu einer Rechtswende in der Politik gekommen. Der PCI verlor in den folgenden Jahren etwa ein Drittel seiner Mitglieder und acht Prozent der Wähler. Im Einklang mit Gramsci erstrebte der PCI die kulturelle Hegemonie in der Gesellschaft. Diese anfangs erfolgreiche Strategie wurde durch die Privatisierung der elektronischen Medien, insbesondere durch die privaten Fernsehsender Silvio Berlusconis durchkreuzt.

"Heimkehr zur Sozialdemokratie"

Wie der Historiker Giorgio Galli in seiner storia del PCI schreibt (Mailand 1993, S. 294 ff.), litt Berlinguer schwer unter der Niederlage, für die er sich persönlich verantwortlich fühlte, was sich auch in seinem verschlechternden Gesundheitszustand ausdrückte. Wenn er seine wiederholt geäußerten Rücktrittsabsichten nicht verwirklichte, dann vor allem deshalb, weil in seien Augen kein fähiger Nachfolger zur Stelle war und er eine tiefergehende Sozialdemokratisierung der Partei befürchtete. Die Entwicklung nach seinem Tod am 11. Juni 1984, dem ein Herzinfarkt voraus ging, während er auf einer Kundgebung sprach, bestätigte seine Besorgnis. Der PCI verfügte über keinen Nachfolger seines Formats. Die von ihm in bestimmtem Maße gezügelte sozialdemokratische Strömung bekam freie Hand. Bereits 1986 leitete sein Nachfolger Alessandro Natta die "reformistische Wende" ein, die revolutionäre Orinetierung der Partei wurde aufgegeben, ein Schritt, den die sozialdemokratischen Parteien Europas schon einige Jahrzehnte zuvor vollzogen hatten (z.B. die SPD mit dem Godesberger Programm 1959). Auf dem Parteitag im März 1989 wurde im Schatten des Reformkurses von Michail Gorbatschow und des Niedergangs des internationalen Kommunismus die offene Sozialdemokratisierung der Partei verkündet, die im Januar 1991 mit der "Heimkehr zur Sozialdemokratie" genannten Umwandlung des PCI in die sozialdemokratische Linkspartei vorläufig abgeschlossen wurde.

Einordnung

Berlinguers Haltung in der Phase des Eurokommunismus war aus der Sicht traditioneller Kommunisten widersprüchlich. Die Zeitung der Partei der kommunistischen Neugründung Liberazione schrieb zu seinem 15. Todestag am 11. Juni 1999, er habe den Ausgleich zwischen dem linken und rechten Flügel gesucht, sei ein "Mann der Vermittlung" und als solcher ein "Zentrist" gewesen. Man kann davon ausgehen, dass er den von Achille Occhetto (seit 1988 Generalsekretär) eingeschlagenen Weg der Umwandlung des PCI in eine sozialdemokratische Partei ( die seither an vielen Mitte-Links-Regierungen mit Zentristen, Liberalen und Grünen beteilgt war und einen großen gesellschaftlichen Einfluss gewonne hat) und der Aufgabe kommunistischer Traditionen nicht gegangen wäre. Von den meisten Beobachtern wird Berlinguers Wirken, sein Bekenntnis zu Demokratie und Marktwirtschaft heute positiv beurteilt, auch ehemalige Gegner wie Armando Cossutta, die es einst als "Verrat an der Revolution" brandmarkten, loben heute seine Weitsicht, innerhalb der radikalen Partei der kommunistischen Neugründung ist er dagegen immer noch umstritten.

Literatur

  • Gerhard Feldbauer: Von Mussolini bis Fini. Die extreme Rechte in Italien. Berlin 1996.
  • Agenten, Terror, Staatskomplott. Der Mord an Aldo Moro, Rote Brigaden und CIA. Köln 2000.
  • Gerhard Feldbauer Marsch auf Rom: Faschismus und Antifaschismus in Italien. Köln 2002.
  • Berlusconi ein neuer Mussolini? 2. Auflage. Essen 2003.
  • Gerhard Feldbauer: Aldo Moro und die Zusammenarbeit von Christdemokraten und Kommunisten im Italien der 70er Jahre. Essen 2003
  • Gerhard Feldbauer: Zum Opportunismus in der kommunistischen und sozialistischen Bewegung Italiens. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Erfahrungen für deutsche Kommunisten und Sozialisten. Offensiv, Hannover, Heft I und II, Nr. 7 und 8/2003.


 

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