Frère Roger

Frère Roger, 1991.
Frère Roger (franz. Frère = brother, * 12. May 1915 in Provence, Switzerland; † 16. August 2005 in Taizé, France) was the founder and lifelong Prior the ökumenischen brother shank of Taizé (Communauté de Taizé).

Inhaltsverzeichnis

Leben

Frère Rogers bürgerlicher Name war Roger Louis Schutz-Marsauche. Sein Vater Karl Ulrich Schutz stammte aus Bachs im Zürcher Unterland, seine Mutter Amélie Henriette Schutz-Marsauche aus Burgund. Er war das jüngste von neun Geschwistern. Obwohl sein Vater reformierter Pfarrer war, zögerte er nicht, seinen Sohn Roger bei einer katholischen Witwe in Kost zu geben, damit diese ihren Lebensunterhalt sichern konnte.

Von 1937 bis 1940 studierte Roger evangelische Theologie in Lausanne und Straßburg. Am 20. August 1940 kam er nach Taizé (Burgund, Frankreich). Dort versteckte er mit seiner Schwester Geneviève sowie Freunden Flüchtlinge, vor allem Juden, aber auch Oppositionelle, vor den Nazis. 1942 besetzte die Gestapo das Haus und verhaftete die Insassen. Schutz, der gerade einen Flüchtling in die Schweiz gebracht hatte, blieb dort bis zur Befreiung von Taizé 1944. Nachdem Schutz mit drei Freunden nach Taizé zurückgekommen war, kümmerte er sich - um die Wunden des Kriegs zu heilen - um Kriegswaisen, aber auch um deutsche Kriegsgefangene, was auf keine große Gegenliebe von Seiten der einheimischen Bevölkerung stieß, aber ein großer Beweis für seine Christlich- und Menschlichkeit ist.

Aus dieser Arbeit ging 1949 die Gründung der Communauté de Taizé hervor, einer ökumenischen Bruderschaft. Am 17. April 1949 legten die ersten sieben Brüder aus dem Helferkreis Rogers die klassischen Ordensgelübde ab: Sie versprachen Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam. 1951 stellte er die Regel von Taizé auf, in der es um ein Ethos der Tat, Selbstbeherrschung und die Befolgung von Beschlüssen der Gemeinschaft geht, die vom Prior vertreten werden. Frère Roger hat keine eigene Theologie entwickelt, sondern zeitlebens auf eine Versöhnung der christlichen Konfessionen hingearbeitet. Zur Communauté in Taizé gehören heute über hundertzwanzig Brüder aus über 25 Nationen. Darunter befinden sich Katholiken, Mitglieder verschiedener evangelischer Kirchen und Anglikaner.

Frère Roger baute die Aktivitäten der Gemeinschaft kontinuierlich aus. Ein besonderes Anliegen ist die Solidarität der christlichen Brüder mit den Ärmsten der Armen. Seit 1951 leben Brüder aus Taize in Gemeinschaften mit Besitzlosen in Asien, Afrika und Lateinamerika zusammen. Besondere Beachtung fand die Zusammenarbeit von Frère Roger mit Mutter Teresa und ihren Sterbehäusern.

Frère Roger nahm mit Frère Max 1962 bis 1965 auf Einladung von Papst Johannes XXIII. als Beobachter am Zweiten Vatikanischen Konzil teil.

1970 kündigte Fr. Roger ein Konzil der Jugend an, dessen Hauptversammlung vom 28. August bis 2. September 1974 stattfand. Das Konzil machte Taizé weltweit bekannt. 1979 wurde das religiöse Jugendtreffen in dieser Form vorläufig ausgesetzt und ging in einen "Pilgerweg des Vertrauens auf der Erde" über.

Frère Roger erhielt bei der Beisetzungsfeier für Papst Johannes Paul II. die Kommunion aus der Hand des damaligen Kardinals Joseph Ratzinger, des heutigen Papstes Benedikt XVI.. Dies sorgte für Aufsehen und wurde als Zeichen einer Lockerung des bis dahin vom Papst strikt aufrecht erhaltenen Verbots des Eucharistieempfangs für Nicht-Katholiken angesehen. Christen anderer Bekenntnisse dürfen den Leib Christi nach katholischem Verständnis nur empfangen, wenn sie in voller Kirchengemeinschaft mit der katholischen Kirche stehen, das katholische Eucharistieverständnis teilen und um den Empfang der Eucharistie bitten. Frère Alois erklärte dazu, dass Fr. Roger bereits seit 25 Jahren im Petersdom die Kommunion empfange. Neu sei nur, dass es diesmal "sehr sichtbar" erfolgt sei. Der Vatikan sprach dagegen von einer Verquickung von äußeren Umständen, die es dem damaligen Kardinaldekan unmöglich machten, Fr. Roger die Kommunion zu verweigern.

Nahezu zeitgleich zur Eröffnung des Weltjugendtag 2005 wurde am Abend des 16. August 2005 Frère Roger, vier Tage vor dem 65-jährigen Jubiläum seiner Ankunft in Taizé, beim Abendgebet in der Versöhnungskirche der Communauté de Taizé von der vermutlich geistesgestörten Rumänin Luminiţa Solcan mit einem Messer ermordet.

Kardinal Meisner betete mit jugendlichen Gästen des Weltjugendtags schweigend für Bruder Roger. Im Anschluss äußerte er sich vor Reportern vor der Kirche, zum Weltjugendtag habe Frère Roger nicht nach Köln kommen können, aber jetzt sei er präsent "wie Johannes Paul II.".

Papst Benedikt XVI. erklärte, er sei "tief traurig" und habe am Vortag einen "bewegenden" Brief von Bruder Roger erhalten, in dem dieser schrieb, er sei mit ganzem Herzen mit dem Papst und allen Teilnehmern des Weltjugendtages in Köln. Er könne aus gesundheitlichen Gründen selbst nicht kommen, werde aber "im Geiste" anwesend sein.

Zu seinem Nachfolger als Prior des Ordens wurde der katholische Frère Alois ernannt, den Frère Roger schon acht Jahre vor seinem Tod ausgewählt hatte.

Publikationen

  • Frère Roger, Richard Bochinger: "Das Heute Gottes", ("Vivre l'aujourd'hui de Dieu"-erschienen 1959), Gütersloher Verlags-Haus G. Mohn 1961, ISBN B0000BNMMY
  • Frère Roger, Michel Bergmann, Christophe von Wachter: "Einheit und Zukunft", Gütersloher Verlags-Haus G. Mohn 1962, ISBN B0000BNMMW
  • Frère Roger: "Dynamik des Vorläufigen" ("Dynamique du provisoire" - erschienen 1965), Herder-Verlag Freiburg 1967, ISBN B0000BUMJQ
  • Frère Roger: "Warten auf das Ereignis Gottes", Herder-Verlag Freiburg 1971, ISBN B0000BUMJV
  • Frère Roger: "Kampf und Kontemplation", ("Lutte et contemplation"-erschienen 1973 als Tagebuch Mai 1970 – April 1972), Herder-Verlag Freiburg 1981, ISBN 3451019930
  • Frère Roger: "Ein Fest ohne Ende", ("Ta fête soit sans fin"- erschienen 1971 als Tagebuch Februar 1969 – Mai 1970), Herder-Verlag 1985, ISBN 3451019728
  • Frère Roger: "Einer Liebe Staunen", ("Etonnement d'un amou"- erschienen 1979 als Tagebuch September 1974 – Dezember 1976), Herder-Verlag 1985, ISBN 3451078198
  • Frère Roger: "Taizé. Vertrauen-Verzeihen-Versöhnen", Herder-Verlag Freiburg 1986, ISBN 3419529732
  • Frère Roger: "Aufbruch ins Ungeahnte", ("Etonnement d'un amou"- erschienen 1975 als Tagebuch 1972-1974), Herder-Verlag 1987, ISBN 3451076144
  • Frère Roger: "Dynamik des Vorläufigen", ("Dynamique du provisoire"- erschienen 1965), Herder-Verlag 1987, ISBN 3451076489
  • Frère Roger: "Aus dem Inneren leben", Herder-Verlag Freiburg 1990 , ISBN 3419504020
  • Frère Roger: “Love of all love. The sources of Taize ", stove he publishing house Freiburg 1990, ISBN 3451087251
  • Frère Roger: “Each day a today of God”, stove he publishing house Freiburg 1992, ISBN 3451228475
  • Frère Roger: “Unanimous in the Pluralismus. An actualization of the rule of Taizé ", (“Unanimité dans le pluralisme” - 1966 appeared), stove he publishing house Freiburg 1992, ISBN 3579035045
  • Frère Roger: "Die Gewalt der Friedfertigen", ("Violence des pacifiques"-erschienen 1968), Herder-Verlag Freiburg 1994, ISBN 3451019213
  • Mutter Teresa, Frère Roger: "Kreuzweg", Herder-Verlag Freiburg 1996, ISBN 3451203863
  • Mutter Teresa, Frère Roger: "Gebet. Quelle der Liebe", Herder-Verlag Freiburg 1998, ISBN 3451224542
  • Frère Roger: "In allem ein innerer Friede", Herder-Verlag Freiburg 2003 , ISBN 3451283468
  • Frère Roger: "Wege des Vertrauens", Herder-Verlag Freiburg 2004 , ISBN 3451283573
  • Frère Roger: "Die Quellen von Taizé", ("Les sources de Taizé", erschienen 1980), Herder-Verlag Freiburg - Auflage 2004 , ISBN 3451284081
  • Frère Roger, Taizé: "Einfach vertrauen. Gedanken und Begegnungen", ausgewählt von Marcello Fidanzio, Herder 2004, ISBN 3-451-28832-X
  • Frère Roger: "Gott kann nur lieben", Herder-Verlag Freiburg 2005 , ISBN 3451279363

Literatur (Auswahl)

Preise und Auszeichnungen

Weblinks

Wikiquote: Frère Roger – Zitate

Taizé und Frère Roger

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| * Literatur von und über Frère Roger im Katalog der DDB

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Arbeiten über Frère Roger

Weitere Links


 

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