Fritz spring

Fritz spring (* 9. March 1887 in Pflugrade, Pommern, † 6. July 1976 in Goettingen) was a German Anthropologe, Humangenetiker and a race public health specialist.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Fritz Lenz entstammte einer Familie mit einer langen Tradition als Landwirte. Er besuchte das Schiller Realgymnasium in Stettin, wo er 1905 das Abitur machte. Danach ging Lenz nach Berlin, wo er naturwissenschaftliche und philosophische Studien betrieb.

1906 zog Fritz Lenz nach Freiburg im Breisgau, wo er Medizin studierte. Er war dort ein Schüler Eugen Fischers. Zusammen mit seinem Lehrer trat er 1909 als cand. med. Schriftführer der Ortsgruppe der Internationalen Gesellschaft für Rassenhygiene bei. Dort lernte er auch Alfred Ploetz kennen und wurde auch sein Schüler. In Freiburg erfolgte 1912 das medizinische Staatsexamen. Anschließend wurde er dort 1913 promoviert.

Über die rassenhygienische Gesellschaft lernte er neben Alfred Ploetz auch Max von Gruber kennen, Direktor des Hygienischen Instituts in München. Beide überzeugten Lenz nach München umzusiedlen. Von Gruber bot ihm 1913 eine Gastassistentenstelle an seinem Institut an, und von Ploetz übernahm er 1913 (bis 1933) die Herausgabe der Zeitschrift „Archiv für Rassen- und Gesellschaftsbiologie“ (ARGB).

In einem Chemiekurs in München lernte er seine erste Frau Emmy Weitz kennen, welche er 1915 heiratete. 1919 zog die Familie nach Herrsching am Ammersee. Im gleichen Jahr habilitierte er sich an der Universität München im Fach Hygiene bei von Gruber mit einer Arbeit über „Erfhrungen über Erblichkeit und Entartung an Schmetterlingen“. 1921 veröffentlichte er mit Eugen Fischer und Erwin Baur das einflussreiche, von Hitler in der Festungshaft in Landsberg in Mein Kampf eingearbeitete Standardwerk „Grundriss der menschlichen Erblichkeitslehre und Rassenhygiene“. 1923 erhielt er an der Universität München den ersten Lehrstuhl für Rassenhygiene in Deutschland (ein Begriff, den Ploetz geprägt hat).

1928 starb seine Frau Emmy an einer Blutvergiftung. Aus dieser Ehe gingen die Söhne Hanfried (1916), Widukind (1919) und Friedrich (1922) hervor.

1933 übernahm Lenz an der Universität Berlin den von Alfred Grotjahn begründeten Lehrstuhl für Sozialhygiene. Er war dort Professor für Hygiene und Erblehre. Später wurde er auch Direktor der Abteilung Eugenik am Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie. Seit der Berufung Otmar von Verschuers, eines Schülers von Lenz, 1942 zum Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts, war die Lenzsche Abteilung weitgehend unabhängig im Institutsverband.

Mit Wirkung 1. Mai 1937 wurde Lenz in die NSDAP aufgenommen. 1939 wurde er auch Mitglied der American Eugenics Society. Im Nationalsozialismus war er beteiligt an der Zwangssterilisierung aller farbigen deutschen Kinder („Rheinlandbastarde“). Er war Mitglied im Sachverständigenbeirats für Bevölkerungs- und Rassenpolitik, Autor zweier Denkschriften für das Rasse und Siedlungshauptamt der SS (RuSHA) zur Ostkolonisation. Außerdem war er beteiligt an der Vorbereitung eines Euthanasiegesetzes für Krebskranke und „nutzlose Esser“. In den letzten Kriegsjahren zog er sich zunehmend zurück und ließ sich im Winter 1944 wegen depressiver Verstimmung beurlauben. Zur "Erholung" setzte er sich aus Berlin nach Westfalen zu Verwandten seiner Frau ab. Von dort aus nahm er noch im Winter 1944/45 Kontakt zur Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster auf und hielt bereits im März 1945 eine Vorlesung. Weil sich die Hoffnungen auf Übernahme in die medizinische Fakultät in Münster und einen Lehrstuhl nicht zu erfüllen schienen, bemüht er sich schließlich um eine Professur an der Universität Göttingen.

Von 1946 bis 1955 war er außerordentlicher Professor für Menschliche Erblehre in Göttingen. Trotz seiner Verstrickungen im Nationalsozialismus wurde ihm zu Gute gehalten, dass er sich „nicht offen politisch geäußert hätte“. Lenz sagte auf Nachfragen, dass ihm das Schicksal der ermordeten Juden sehr leid täte. Die Möglichkeit einer Höherselektierung der menschlichen Rassen hielt er dessen ungeachtet auch nach 1945 für wissenschaftlich erwiesen.

Sein Sohn Widukind Lenz war ebenfalls Humangenetiker; bekannt wurde er durch die Entdeckung des Wirkstoffs Thalidomid in dem Medikament Contergan und sein Engagement bei der Aufklärung des Conterganskandals.

Wirken

Mit Lenz erhielt die Rassenhygiene eine politische Dimension eindeutig nationalsozialistischer Prägung. So konstatierte Lenz 1932 „Die Staatsidee des Fascismus hat ohnehin eine Wesensverwandtschaft mit der rassenhygienischen Idee. Während die liberale Staatsauffassung und im Grunde auch die sozialdemokratische auf der individualistischen Weltanschauung beruhten, erkennt der Fascismus keinen Eigenwert des Individuums an."

Die Affinität von Lenz zu Vor-Nationalsozialistischen Vorstellungen entwickelte sich sehr früh und in Zusammenhang mit seinen Tätigkeiten für die Deutsche Gesellschaft für Rassenhygiene. So engagierte er sich in dem von Alfred Ploetz 1907 innerhalb der Gesellschaft gegründeten Geheimorganisation „Ring der Norda“, welche als Ziel eine „Verbesserung der Nordischen Rasse" anstrebte.

Lenz untersuchte mit besonderem Interesse die Gebiete der Vererbung menschlicher Krankheiten (sog. Erbkrankheiten) und der Gesundhaltung menschlichen Gutes (Erbgesundheitslehre). Die Ergebnisse publizierte er 1921 und 1932 zusammen mit Erwin Baur und Eugen Fischer in seinem zweibändigen Hauptwerk: "Menschliche Erblichkeitslehre und Rassenhygiene". Das Werk erschien in 5. Auflagen, 1936, unter dem Titel "Menschliche Erblehre". Es wurde das Standardwerk der Rassenhygiene und menschlichen Erblehre und wurde kurz BFL oder "Baur-Fischer-Lenz" genannt. Der "Baur-Fischer-Lenz" blieb bis in die 70er Jahre Prüfungsliteratur.

Mit diesem Werk und der 1933 publizierten Schrift "Die Rasse als Wertprinzip" bot Lenz und neben ihm Kollegen wie Eugen Fischer und Ernst Rüdin den Nationalsozialisten eine naturwissenschaftlich-darwinistisch begründete Rechtfertigung für die sogenannte Ausmerze "lebensunwerten Lebens". Es war ein Prozess, der sich fast automatisch von der "Euthanasie" zu dem mit dem Begriff "Endlösung der Judenfrage" getarnten Genozid an den Juden entwickelte.

Die Rezeption des Standardwerkes "Baur-Fischer-Lenz" durch Hitler in "Mein Kampf" kommentierte Lenz 1931 mit den Worten: "Jedenfalls hat er (Hitler) die wesentlichen Gedanken der Rassenhygiene und ihre Bedeutung mit großer geistiger Empfänglichkeit und Energie sich zu Eigen gemacht, während die meisten akademischen Autoritäten diesen Fragen noch ziemlich verständnislos gegenüberstehen."

Für den Humangenetiker war in der "Rassenfrage" die Verbindung von Rasse und Seele das eigentlich Wesentliche. So rechtfertigt er in diesem Zusammenhang die Nürnberger Gesetze von 1938: "Wichtiger als die äußeren Merkmale ist die abstammungsmäßige Herkunft eines Menschen für seine Beurteilung. Ein blonder Jude ist auch ein Jude. Ja, es gibt Juden, die die meisten äußeren Merkmale der nordischen Rasse haben und die doch von jüdischer Wesensart sind. Die Gesetzgebung des nationalsozialistischen Staates definiert einen Juden daher mit Recht nicht nach äußeren Rassenmerkmalen, sondern nach der Abstammung".

Lenz war auch als Zensor innerhalb von NS-Dienststellen tätig und unterdrückte Forschungsprojekte und Publikationen anderer Anthropologen die abweichende rassistische Konzepte vertraten.

Publikationen

  • Über die krankhaften Erbanlagen des Mannes und die Bestimmung des Geschlechts beim Menschen: Untersuchungen über somatische und idioplasmatische Korrelation zwischen Geschlecht und pathologischer Anlage mit besonderer Berücksichtigung der Hämophilie. Jena 1912
  • Zum Begriff der Rassenhygiene und seine Benennung. in Archiv für Rassen- und Gesellschaftsbiologie (ARGB) Bd 11, S 445–448, 1914–1915.
  • Deutsche Gesellschaft für Bevölkerungspolitik in ARGB Bd 11, S 555–557, 1914–1915
  • Rassenhygienische Bevölkerungspolitik, in Deutsche Politik 1, S 1658–1668, 1916
  • Bevökerungspolitik und "Mutterschutz"in ARGB Bd 12, S 345–348, 1916–1918
  • Vorschläge zur Bevölkerungspolitik mit besonderer Berücksichtigung der Wirtschaftslage nach dem Kriege in ARGB Bd 12, S 440–468, 1916–1918
  • Die Rasse als Wertprinzip. Zur Erneuerung der Ethik. Deutschlands Erneuerung 1, S. 35-56, 1917
  • Überblick über die Rassenhygiene., Jahreskurse für ärztliche Fortbildung 8, S 16–50, 1917
  • Einführung in die Rassehygiene von W. Schallmayer, Münchener medizinische Wochenschrift Bd. 64, S. 554., 1917
  • Wilhelm Schallmayer. In: Münchener Medizinische Wochenschrift 66, 1919, S. 1294-1296.
  • Besprechung von Hans F. K. Günthers: Rassenkunde des deutschen Volkes in ARGB Bd 16, S. 99-111, 1924
  • Alfred Ploetz zum 70. Geburtstag., ARGB Bd 24, viii–xv, 1930
  • Die Stellung des Nationalsozialismus zur Rassenhygiene. in ARGB Bd 25, S. 300-308, 1931
  • Menschliche Auslese und Rassenhygiene, München 1932
  • Die Rasse als Wertprinzip. Zur Erneuerung der Ethik. München 1933
  • Über den Erhaltungswert der Geschlechtlichkeit, in Zeitschrift für induktive Abstammungs- und Vererbungslehre Bd 70, S. 448-452, 1935

Literatur

  • Peter Emil Becker: Zur Geschichte der Rassenhygiene. Wege ins Dritte Reich, IX, 403 S., Thieme Verlag, Stuttgart 1988 ISBN 3-13-716901-1 (Kapitel Fritz Lenz, S.137-217)
  • Peter Emil Becker: Sozialdarwinismus, Rassismus, Antisemitismus und Völkischer Gedanke, Wege ins Dritte Reich´, Bd. 2, X, 644 S., Thieme Verlag, Stuttgart 1990 ISBN 3-13-736901-0
  • Stefan Breuer: Ordnungen der Ungleichheit - die deutsche Rechte im Widerstreit ihrer Ideen 1871-1945, 424 S., Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2001 (Kapitel "Blut" S.47-76, insbesondere der Abschnitt "Rassenhygieniker" S.61 ff.) ISBN 3-534-15575-0
  • Klaus-Peter Drechsel: Beurteilt - Vermessen - Ermordet. Die Praxis der Euthanasie bis zum Ende des deutschen Faschismus. ISBN 3-927388-37-8. (S. 111, S. 128ff)
  • Detlev Franz: Der politische Kontext der Schlesienuntersuchung. In: Arbeitskreis Universitätsgeschichte 1945-1965 (Hrsg.): Elemente einer anderen Universitätsgeschichte. Mainz 1991
  • Peter Weingart, Jürgen Kroll, Kurt Bayertz: Rasse, Blut und Gene. Geschichte der Eugenik und Rassenhygiene in Deutschland, 3. Auflage, 746 S., Frankfurt a.M. 2001 ISBN 3-518-28622-6
  • Renate Rissom: Fritz Lenz und die Rassenhygiene, Husum 1983, Matthiesen Verlag, ISBN 3-7868-4047-4
  • Bernhard vom Brocke: Bevölkerungswissenschaft - quo vadis?. Möglichkeiten und Probleme einer Geschichte der Bevölkerungswissenschaft in Deutschland, 454 S., Leske + Budrich, Opladen 1998 ISBN 3-8100-2070-2

Weblinks

  • {{ #if:
|
| * Literatur von und über Fritz Lenz im Katalog der DDB

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