Hossbach minutes

Hossbach minutes, also Hossbach minute mentioned, are a minute made by Colonel Friedrich Hossbach over a secret discussion lasting several hours to 5. November 1937 in Berlin, in which Adolf Hitler in a long mono log presented its planning to the most important representatives of the armed forces and the minister of foreign affairs to the German war and foreign policy.

Inhaltsverzeichnis

Konferenz vom 5. November 1937 in Berlin

Am 5. November 1937 erklärte Hitler vor der militärischen Spitze des „Dritten Reiches“ und dem Reichsaußenminister, dass die deutsche Raumfrage nur durch einen Krieg gelöst werden könne, den man spätestens zwischen 1943 und 1945 führen müsse. Teilnehmer der Zusammenkunft waren Kriegsminister von Blomberg, die Oberbefehlshaber von Heer, Marine und Luftwaffe, von Fritsch, Raeder und Göring, Außenminister von Neurath und Hitlers militärischer Adjutant, Oberst Friedrich Hoßbach. Das eigentliche Thema der Konferenz waren Probleme der Rüstungswirtschaft. Insbesondere die Versorgung mit Eisen, die seit 1936 durch den Vierjahresplan reguliert wurde, war unzureichend. Unmittelbarer Anlass war das Drängen Raeders, der Marine mehr Ressourcen zur Verfügung zu stellen, um die Schlachtflotte für einen künftigen Krieg zu rüsten. Hitler ignorierte dieses Thema; stattdessen bot er den Teilnehmern Einblicke in seine weit gespannten außenpolitischen Ideen und Expansionsziele. Erst im Anschluss daran wurden die rüstungswirtschaftlichen Schwierigkeiten beraten.

Entstehungs- und Überlieferungsgeschichte

Fünf Tage nach der Konferenz in der Berliner Reichskanzlei fertigte Oberst Hoßbach anhand stichwortartiger Notizen eine Niederschrift dieser Konferenz an. Insofern spricht man korrekterweise nicht von einem Protokoll, sondern von der Hoßbach-Niederschrift. Sie gibt also nur den Inhalt wieder, nicht aber den Wortlaut. Die Überlieferungsgeschichte der Niederschrift ist kompliziert. Dies bot Rechtsextremisten einen Anlass, das Dokument als Fälschung in Misskredit zu bringen.

Oberst Graf Kirchbach von der kriegsgeschichtlichen Abteilung des Generalstabs ließ im November 1943 eine Abschrift des damals im Archiv des OKW verwahrten handschriftlichen Originals anfertigen. Im Januar 1944 gab er die Abschrift seinem Schwager Viktor von Martin, der sie im Herbst 1945 wiederum an die britische Militärregierung weitergab. Diese Abschrift verschwand nach 1945 zunächst spurlos, was den Fälschungsvorwürfen Nahrung gab. Das Original war einem Team des Alliierten Oberkommandos in die Hände gefallen. Eine maschinenschriftliche Abschrift (das handschriftliche Original war nicht mehr auffindbar) wurde von der Anklagevertretung im Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher als Beweisdokument PS-386 vorgelegt.

1989 fand man die Kirchbachsche Abschrift zusammen mit einem Brief Viktor von Martins an die britischen Besatzungsbehörden in bis dahin nicht zugänglichen britischen Akten. Diese Abschrift und PS-386 waren absolut identisch, so dass damit jeglicher Fälschungsverdacht entkräftet werden konnte. Zudem belegt eine Parallelüberlieferung im Nachlass des damaligen Generalstabschef des Heeres, Ludwig Beck, dass die später verwendete Niederschrift identisch mit der von Hoßbach am 10. November 1937 verfassten Urschrift ist.

Hoßbach, der im Juni 1946 zu dem Dokument befragt wurde, erklärte, er müsse „nach Inhalt, Abfassung und Stil in summa eine Wiedergabe meiner eigenen Niederschrift als vorliegend annehmen“ (Affidavit IMT Bd. XLII S. 228 ff). Die der Vorbereitung eines Angriffskriegs Angeklagten Göring und Raeder versuchten, das Dokument in seinem Aussagewert zu relativieren, indem sie entweder (wie Göring) betonten, dass es sich hierbei um kein Wortprotokoll handele, oder (wie Raeder) einzelne, harmlos klingende Passagen als Hauptaussagen herausstellten. Bei dieser Kritik ist in Rechnung zu stellen, dass es im Interesse beider lag, die Bedeutung der Hoßbach-Niederschrift als Schlüsseldokument der Anklage zu relativieren. Dagegen betonte der Mitangeklagte damalige Reichsaußenminister von Neurath, ihn hätte die Absichtserklärung Hitlers „aufs äußerste erschüttert“ und zum Rücktritt veranlasst, da der bisher von ihm ausschließlich mit friedlichen Mitteln verfolgte Kurs der Außenpolitik verlassen wurde.

Die Geschichtswissenschaft sieht die Hoßbach-Niederschrift als Quelle wichtigen Ranges an: Hitlers wiedergegebene Äußerungen können, wenn man sie mit vorherigen und späteren Aussagen des Diktators vergleicht, als sein originäres Gedankengut gelten. Die Bedeutung der Konferenz wird auch dadurch unterstrichen, dass Fritsch und Hoßbach höchst besorgt über einen baldig ausbrechenden Krieg waren. Fritsch fragte sogar ausdrücklich bei Hitler nach, ob er eine geplante Ägyptenreise verschieben solle.

Es ist davon auszugehen, dass die Hoßbach-Niederschrift nicht alle Äußerungen während dieses Treffens wiedergibt: Die Entgegnungen der anderen Teilnehmer auf Hitlers Ausführungen werden vermutlich nur gekürzt referiert. Die Niederschrift schließt mit dem Verweis auf eine anschließende, nicht-wiedergegebene Besprechung kriegswirtschaftlicher Fragen. Deswegen kann die Niederschrift nicht als lückenloses Wortprotokoll gelten, was ihren Quellenwert schmälert.

Inhalt

Hitler begann seine Ausführungen mit der Feststellung, dass es Ziel der deutschen Politik sein müsse, auf die von ihm behauptete Raumnot Deutschlands zu reagieren. Da eine autarke Versorgung Deutschlands mit dem bisherigen Gebietsstand nicht möglich sei, sich die deutsche Volkswirtschaft aber nicht von dem Außenhandel abhängig machen könne, sei eine Erweiterung des deutschen Territoriums unumgänglich. Denn Deutschland müsse sich ebenso gegen den „Bolschewismus“ wappnen wie gegen die „Hassgegner“ England und Frankreich. Hitler nahm, wie der folgende Auszug zeigt, den Krieg in Kauf und unterschied verschiedene Szenarien.

Das Ziel der deutschen Politik sei die Sicherung und die Erhaltung der Volksmasse und deren Vermehrung. Somit handele es sich um das Problem des Raumes. [...] Zur Lösung der deutschen Frage könne es nur den Weg der Gewalt geben, dieser niemals risikolos sein. [...] Stelle man an die Spitze der nachfolgenden Ausführungen den Entschluss zur Anwendung von Gewalt unter Risiko, dann bleibe noch die Beantwortung der Fragen 'wann' und wie. Hierbei seien drei Fälle zu entscheiden:

Fall 1: Zeitpunkt 1943-1945.

Nach dieser Zeit sei nur noch eine Veränderung zu unseren Ungunsten zu erwarten.
Die Aufrüstung der Armee, Kriegsmarine, Luftwaffe sowie die Bildung des Offizierkorps seien annähernd beendet. Die materielle Ausstattung und Bewaffnung seien modern, bei weiterem Zuwarten läge die Gefahr ihrer Veraltung vor. [...] Sollte der Führer noch am Leben sein, so sei es sein unabänderlicher Entschluss, spätestens 1943/45 die deutsche Raumfrage zu lösen. Die Notwendigkeit zum Handeln vor 1943/45 käme im Fall 2 und 3 in Betracht.

Fall 2:

Wenn die sozialen Spannungen in Frankreich sich zu einer derartigen innenpolitischen Krise auswachsen sollten, daß durch letztere die französische Armee absorbiert und für eine Kriegsverwendung gegen Deutschland ausgeschaltet würde, sei der Zeitpunkt zum Handeln gegen die Tschechei gekommen.

Fall 3:

Wenn Frankreich durch einen Krieg mit einem anderen Staat so gefesselt ist, daß es gegen Deutschland nicht 'vorgehen' kann.
Zur Verbesserung unserer militär-politischen Lage müsse in jedem Fall einer kriegerischen Verwicklung unser 1. Ziel sein, die Tschechei und gleichzeitig Österreich niederzuwerfen, um die Flankenbedrohung eines etwaigen Vorgehens nach Westen auszuschalten.

Folgen der Besprechung

Nicht alle Beteiligten sprachen der Besprechung eine erhebliche Bedeutung zu. Raeder behauptete sogar später in seiner Biographie „Mein Leben“, dass im Verlaufe der Unterredung „eine Schwenkung zu einer kriegerischen Politik nicht beabsichtigt war.“ Für den Großadmiral war diese Besprechung freilich auch überflüssig geworden. Schon ab dem 25. Oktober 1937 konnte die Reichsmarine über ein erheblich erhöhtes Stahlkontingent verfügen.

Der Außenminister Neurath und die Wehrmachtsgeneräle erhoben Bedenken. Ihrer Ansicht nach hatte Deutschland nicht die Ressourcen für einen neuen Krieg. Außenminister Neurath wollte die Verantwortung für solche Politik nicht mittragen und bot Hitler sogar seinen Rücktritt an, was dieser zunächst ablehnte. Freilich kam es am 4. Februar 1938, in zeitlicher Nähe zu der Fritsch-Blomberg-Affäre, zu einem umfangreichen Revirement, bei dem die drei ihre bisherigen Posten verloren, mit Joachim von Ribbentrop ein Nationalsozialist neuer Außenminister wurde und das Oberkommando der Wehrmacht eingerichtet wurde.

Zeitzeugen und auch die Geschichtsschreibung nach dem 2. Weltkrieg sahen eine kausale Verbindung zwischen der Besprechung vom 5. November 1937 und diesem Personalrevirement. Der Schriftsteller Hans Hellmut Kirst stellt mit seinem Roman „Generalsaffären“ das Musterbeispiel einer Verschwörungstheorie gegen Blomberg und Fritsch dar. Auch die Geschichtswissenschaft hat lange den Ausgang der Fritsch-Blomberg-Affäre als Vorbereitung eines in der Hoßbach-Niederschrift skizzierten Kriegs gesehen. Neuere historische Untersuchungen stellen diese Verschwörungstheorien hingegen in Frage.

Parallel dazu bereitete die Wehrmacht militärische Operationen mit dem Schwerpunkt Südosteuropa („Fall Grün“) vor: Schon am 27. Juni 1937 hatte Reichskriegsminister von Blomberg eine „Weisung für die einheitliche Kriegsvorbereitung der Wehrmacht“ herausgegeben. Diese Weisung wurde durch einen Nachtrag mit dem Datum vom 7. Dezember 1937 bzw. (in der Anlage) vom 21. Dezember 1937 ergänzt und sah ein offensives Vorgehen gegen die Tschechoslowakei als Vorbereitung weiterer Operationen vor.

Die Konferenz als Wendepunkt in der Außenpolitik des „Dritten Reichs“ ?

Die Konferenz ist der zeitlich erste Anlass, bei dem Hitler mit der militärischen Führung ausführlich besprach, dass er seine bisherige Politik geändert habe und nun auch bereit sei, Krieg im Westen zu führen, bevor er sich nach Osten wenden würde. Warum er diesen Entschluss gerade zu diesem Zeitpunkt gefasst hatte, muss offen bleiben. Es gibt aber einige begründete Hinweise:

  • Hitlers Versuche, zu einem Arrangement mit England zu gelangen, das ihm freie Hand im Osten lassen würde, waren gescheitert. Trotz des Flottenabkommens von 1935 und der britischen Appeasement-Politik kam das von Hitler gewünschte deutsch-britische Bündnis nicht zu Stande, das beiden Herrschaftsbereiche gegeneinander abgrenzte. Stattdessen verdichtete sich in Deutschland der Eindruck, dass sich Großbritannien dem deutschen Machtstreben widersetzen würde.
  • Deutschland war durch die Rüstungspolitik in eine schwierige wirtschaftliche Lage geraten: Im Grunde war die Rüstung auf Pump finanziert worden. Als eine Folge davon wurde die Reichsmark nicht mehr konvertiert, und es herrschte Devisenmangel. Eine andere Folge war zunehmende Warenknappheit im Inland. Zudem war es um die Lebensmittelversorgung schlecht bestellt („Kanonen statt Butter“). Insbesondere der konservative Finanzminister Hjalmar Schacht drängte auf eine Rüstungspause, um die Lage zu entspannen. Die Machtausdehnung auf Südosteuropa versprach, diese Rohstoff- und Devisendefizite kurzfristig auszugleichen.
  • Ebenso zeigt die Hoßbach-Niederschrift in aller Deutlichkeit den Widerspruch zwischen äußerem Schein und den im vertraulichen Kreis geäußerten Motiven der Außenpolitik des „Dritten Reichs“. Während Hitler nach außen den Eindruck zu vermitteln trachtete, an einer friedlichen Lösung der Konflikte interessiert zu sein, zog er den Krieg als Mittel der Politik ins Kalkül. Insbesondere fürchtete Hitler, wie er im November 1938 vor Vertretern der Presse äußerte, dass das Fortschreiben einer auf friedliche Arrondierung des Reichs zielende Außenpolitik defaitistische Stimmungen in der Bevölkerung stärke.
  • Nicht zuletzt gab sich Hitler überzeugt von seinem historischen Auftrag und seiner Unabkömmlichkeit. Er sprach während der Konferenz davon, dass er nicht alt werden würde und dass es für ihn keinen Nachfolger gäbe, der die „Raumfrage“ in für Deutschland vorteilhafter Weise lösen würde.

In dieser Lage war aus Sicht des Diktators der Einsatz von Gewaltmitteln die einzige Lösung der von ihm behaupteten Raumprobleme Deutschlands. Hitler hoffte auf eine günstige Gelegenheit für ein Kräftemessen mit Frankreich und sah die Jahre 1943 bis 1945 als strategisches Fenster an, in dem das „Dritte Reich“ spätestens die Auseinandersetzung beginnen müsse. Gleichwohl stellt das Hoßbach-Protokoll keine Blaupause für den Zweiten Weltkrieg dar: Er trat zu einem anderen Zeitpunkt und unter Beteiligung Großbritanniens ein, anders als von Hitler gewünscht.

Siehe auch

Literatur

  • Walter Bußmann: Zur Entstehung und Überlieferung der „Hoßbach-Niederschrift“, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, 16. Jg., 1968, S. 373-384.
  • Bradley F. Smith: Die Überlieferung der Hoßbach-Niederschrift im Lichte neuer Quellen, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, 38 Jg., 1990, S. 329-336.
  • Karl-Heinz Janßen, Fritz Tobias: Der Sturz der Generäle. Hitler und die Blomberg-Fritsch-Krise 1938. Beck, München 1994, ISBN 3-406-38109-X
  • Bernd-Jürgen Wendt: Großdeutschland. Außenpolitik und Kriegsvorbereitung des Hitler-Regimes. dtv, München 1987, ISBN 3-423-04518-3.
  • Rede Hitlers vor der deutschen Presse, eingeleitet von Wilhelm Treue, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, 6. Jg., 1958, S. 175-191.

Weblinks

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