Julius Köbner

Julius Johannes William Köbner, originally Salomon Købner, (* 18. June 1806 in Odense, Denmark; † 2. February 1884 in Berlin) belonged with Johann Gerhard Oncken and Gottfried William Lehmann to the establishment fathers of the German Baptisten. Neben seiner umfangreichen Missions- und Lehrtätigkeit innerhalb der damals noch jungen Freikirche ist besonders sein Werk als Kirchenliederdichter und Schriftsteller hervor zu heben.

Julius Köbner
Julius Köbner

Inhaltsverzeichnis

Anfänge

Köbner ist jüdischer Abstammung und wird als erstes von neun Kindern des Rabbiners und Kaufmanns Isaak Aaron Kaufmann und dessen Ehefrau Hanna geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Odenese erlernt Köbner den Beruf eines Kupferstechers, zeigt aber auch auf anderen Gebieten große Begabungen.

1824 begibt er sich als Handwerksgeselle auf die damals obligatorische Wanderschaft und gelangt über Hamburg nach Lübeck. Neben seiner erlernten Tätigkeit befasst er sich als Autodidakt mit Literatur und Geschichte. Er verfasst Dramen, Gedichte und Essays, die zum Teil veröffentlicht werden.

Nach zahlreichen Begegnungen mit dem reformierten Lübecker Erweckungsprediger Johannes Geibel wandte sich Köbner dem Christentum zu und schließt sich 1826 in Hamburg der evangelisch-lutherischen Kirche an. Im Zusammenhang dieser Konversion ändert Köbner seinen jüdischen Vornamen. Nach seiner Verlobten Juliane Johanna Wilhelmina von Schröter, die er kurz nach seinem Übertritt zum Christentum ehelicht und die einer im Dienst der dänischen Krone stehenden mecklenburgischen Offiziersfamilie entstammt, nennt er sich jetzt Julius Johannes Wilhelm.

Köbners Weg zu den Baptisten

1835 lernt Julius Köbner die Hamburger Baptistengemeinde kennen. Unter dem Eindruck der Verkündigung Onckens, dem Ältesten und Pastor der erst ein Jahr zuvor gegründeten Gemeinde, lässt er sich 1836 taufen und stellt seine vielfältigen Begabungen in den Dienst der jungen Bewegung.

Erste Wirkungsfelder

Köbner übersetzt baptistische Literatur aus dem Englischen, korrigiert Onckens Veröffentlichungen und verfasst eine Fülle von religiösen Schriften. Johann Gerhard Oncken beruft ihn zum Predigtdienst, der von der Gemeinde bestätigt wird. 1837 veröffentlicht er gemeinsam mit Oncken das erste baptistische Glaubensbekenntnis.

Wegen der Durchführung nicht erlaubter religiöser Versammlungen wird Julius Köbner mehrfach in Hamburg inhaftiert.

Köbner als ordinierter Baptistenpastor

Am 6. Oktober 1844 wird Köbner zum Baptistenpastor ordiniert. Gleichzeitig arbeitet er bis an sein Lebensende im Auftrag der American Baptist Convention als Missionar für den deutschsprachigen Raum. Ausgedehnte Missionsreisen führen ihn durch Deutschland, die Niederlande undDänemark, wo er eine ganze Reihe von Baptistengemeinden gründete.

Die Märzbewegung von 1848 begrüßt Köbner mit freudiger Erwartung. Er veröffentlicht im selben Jahr das Manifest des freien Urchristenthums, in dem er den Baptismus als emanzipatorische und basisdemokratische religiöse Bewegung darstellt.

Seine Wirkungsorte als Seelsorger sind vor allem Hamburg, Wuppertal-Barmen, Kopenhagen und Berlin.

Bedeutung

Köbner prägt die junge baptistische Bewegung auf vielfältige Weise - nicht zuletzt durch sein schriftstellerisches Wirken. Christliche Romane, kirchengeschichtliche Erzählungen und große dramatische Gedichte mit lehrhaftem Charakter gehören zu seinen Arbeiten. Besonders beschäftigt ihn in seinem literarischen Werk die geschichte der Waldenser.

Gesangbuch

1849 veröffentlicht Julius Köbner das erste Gesangbuch des Bundes der Baptisten, die Glaubensstimme der Gemeinde des Herrn. 59 Lieder stammen aus seiner eigenen Feder.

Gemeindegründungen

1845 organisiert Julius Köbner die erste niederländische Beptistengemeinde, die zum Ausgangspunkt der baptistischen Bewegung in Holland wird.

1852 gründet Köbner die Baptistengemeinde Wuppertal-Barmen und legt damit den Grundstein für die Entstehung baptistischer Gemeinden in der preußischen Rheinprovinz.

Auch der dänische Baptismus verdankt seine Entstehung der Wirksamkeit Julius Köbners. Von 1865 bis 1879 war er Pastor der von ihm gegründeten Kopenhagener Baptistengemeinde.

Wichtige Impulse durch Köbners Wirksamkeit erhält auch die baptistische Bewegung in Nordwestdeutschland und in Berlin.

Weiterer Lebensweg

Nach dem Tod seiner ersten Frau 1868 heiratet Köbner 1875 die Dänin Dorothea Stagstedt. Aus dieser Ehe geht eine Tochter hervor. 1879 stirbt auch seine zweite Frau. Köbner übernimmt am Ende seines Lebens eine Predigstelle in Berlin, wo er seinen Lebensabend beschließt.


Werke

  • 1848 veröffentlicht Köbner ein Sendschreiben "an das deutsche Volk"; Titel dieser Schrift: "Manifest des freien Urchristentums" [1]
  • 1849 gibt Köbner das erste baptistische Gesangbuch heraus, die Glaubensstimme für die Gemeine des Herrn". In diesem Gesangbuch sind viele eigenen Lieder enthalten.
  • 1861 übersetzt er eine Schrift des dänischen Theologen Søren Kierkegaard ins Deutsche.
  • 1865 dichtet er Das Lied von Gott - ein didaktisches Gedicht in acht Teilen mit begründeten Anmerkungen"
  • Viele weitere Schriften des frühen deutschen Baptismus - die meisten von ihnen befassen sich mit praktischen Gemeindefragen oder apologetischen Themen - stammen aus Köbners Feder.

Hier eine kleine Auswahl aus den Schriften Köbners:

  • Wasser aus dem Heilsbrunnen - eine Predigtsammlung (letzte Auflage: 1906)
  • Das Lied von Gott - didaktisches Gedicht in acht Teilen, (letzte Auflage: Tilsit 1924)
  • Die Waldenser. Ein dramatisches Gemälde mit lyrischen Randzeichnungen (Tilsit 1924 ?)
  • Die Geigerin. Roman (Tilsit 1925)
  • Um die Gemeinde - Ausgewählte Schriften (letzte Auflage: 1927)

Viele der Schriften Köbners wurden vom Verlag Emil Linde in Tilsit heraus gegeben.

Literatur

  • Ruth Baresel, Julius Köbner - Sein Leben (1930)
  • Günter Balders, in: Evangelisches Gemeindelexikon, S. 307, Artikel "Julius Köbner", (Wuppertal 1986)

Siehe auch


 

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