Metropolis (film)

film data
of German titles: Metropolis
original title: Metropolis
production country: Germany
feature year: 1927
length (PAL - DVD): 149 minutes
of source language: German
age release: FSK o.Al
staff
direction: Fritz long
film script: Fritz long, Thea of Harbou
production: Erich Pommer
music: Gottfried Huppertz
camera: Karl friend, Günther guessing rope, walter Ruttmann
cut: Fritz Lang
Besetzung

Metropolis ist einer der bekanntesten Science-Fiction-Filme der Filmgeschichte und zugleich der visuell einflussreichste Stummfilm aller Zeiten. Durch Produktionskosten von damals 5 Millionen Reichsmark wurde er zum teuersten Film der deutschen Filmgeschichte. Damit ruinierte der Regisseur Fritz Lang vorübergehend die Ufa.


Inhaltsverzeichnis

Handlung

In der überdimensionierten und technisch entfesselten Stadt Metropolis leben die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten voneinander völlig getrennt. Die Oberschicht lebt in quasi paradiesischen Lebensverhältnissen, während die Arbeiter als minderwertig gelten und in einer Art Unterwelt in den Tiefen der Erde vegetieren.

Der Sohn des Fabrikanten Fredersen jedoch hat sich in die Arbeiter-Aktivistin Maria verliebt und schließt sich der Gegenbewegung an. Fredersen senior entschließt sich gegenzusteuern und lässt einen Roboter entwickeln, der Marias Stellung einnehmen und die Arbeiter in seinem Sinne beeinflussen soll. Tatsächlich kann sie die Arbeiter dazu verleiten, die Maschinen zu zerstören, wodurch sie das Leben ihrer Kinder in Gefahr bringen, die bei dem Aufstand in den Siedlungen vergessen wurden.

Der Zorn schlägt gegen die vermeintliche Maria um. Der Mob will Lynchjustiz üben. Abseits der Menge trifft der Erfinder auf die echte Maria und erkennt, das der Mob auch ihn lynchen würde, wenn er beide Marias sieht. Er jagt sie, die dann durch das Eingreifen von Fredersen junior gerettet wird. Der Roboter verbrennt und die Arbeiter versöhnen sich wieder mit dem Fabrikanten durch das vermitteln von Frederson junior.

Hintergrund

Der vom 22. Mai 1925 bis 30. Oktober 1926 von dem Österreicher Fritz Lang nach dem Drehbuch seiner Frau Thea von Harbou verfilmte Stoff legt mehr Wert auf die Darstellung der beeindruckenden Hochhausschluchten der fiktiven Welthauptstadt Metropolis, als auf die vergleichsweise einfache und ideologisch naive Handlung, die der Nähe seiner Frau zum NS-Gedankengut zu verdanken ist. Trotz heftiger Kritik wurde er zu einem Klassiker der expressionistischen Filmkunst. Neben der dystopischen Riesenstadt mit ihren Sklavenarbeitern wurden in Metropolis erstmals im Kino Roboter und Flugautos gezeigt. Entwurf und Gestaltung der Bauten für die utopische Filmstadt erfolgte durch die Filmarchitekten Otto Hunte, Erich Kettelhut, Karl Vollbrecht und Walter Schultze-Mittendorf (Skulpturen).

Neben dem künstlerischen Lob ist aber stets der Umgang von Lang mit den Komparsen des Films kritisiert worden. Da diese sich zum überwiegenden Teil aus Arbeitslosen rekrutierten, erlaubte er sich zum Teil unverschämte bis menschenunwürdige Forderungen. So hat die Massenszene der überfluteten Stadt, die im Film ca. 10 Minuten einnimmt, über 6 Wochen Drehzeit in Anspruch genommen, in der Lang die Statisten wieder und wieder ins eiskalte Wasser jagte.

Rekonstruktionen

Die Uraufführung des Films fand am 10. Januar 1927 in Berlin statt. Da der auf ursprünglich ca. 210 Minuten Länge geschätzte Film in der Folgezeit mehrfach umgeschnitten wurde und viel Originalmaterial verloren gegangen ist, existiert keine vollständige Fassung mehr. Die bisher werktreuste und längste Rekonstruktion (die als Ergebnis einer aufwändigen Suche Fragmentfunde aus der ganzen Welt enthält) wurde im Februar 2001 von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung in erstaunlich gut restaurierter Bild- und Tonqualität veröffentlicht und hat eine Gesamtlaufzeit von 117 Minuten. Ebenso wurden anhand der wiedergefundenen Partituren der Originalmusik fehlende Szenen durch Standbilder und Texttafeln ersetzt, um den in früheren Fassungen entstellten Sinn der Handlung wiederherzustellen. Ebenso war es möglich, die originale Schnittfolge und die Original-Filmmusik zu rekonstruieren.

Die rekonstruierte Fassung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung ist von der UNESCO zum Weltdokumentenerbe erklärt worden (nicht zu verwechseln mit Weltkulturerbe).

Bearbeitungen

Große Verbreitung fand die Version des Films, die vom Musiker Giorgio Moroder 1984 hergestellt wurde. Er machte aus dem Stummfilm einen monumentalen Videoclip mit Popmusik, eingefärbtem Bild und Beschleunigung des Schnitts, die "nur" 87 Minuten dauerte. Dass dort der Film zum reinen Bilderbogen ohne großen Sinn reduziert wurde, liegt auf der Hand. (Siehe hierzu auch Freddie Mercury.)

Diese Fassung hatte großen Einfluss auf die beginnende Videoclip-Ära; als Beispiele seien Clips von Queen und Madonna genannt, die direkt daraus zitieren.

Der amerikanische Komponist Joe Brooks (Oscarpreisträger 1977 für die Filmmusik "You light up my life") bearbeitete zusammen mit Dusty Hughes Metropolis als Musical. Dieses wurde 1989 im Picadilly Theatre in London uraufgeführt.

Im Jahr 2000 veröffentlichte der Amerikaner Jeff Mills bei der Plattenfirma Tresor Records eine Techno-Version des Sound-Tracks. Jeff Mills gilt als einer der bekanntesten Techno-Produzenten.

Trivia

Im November 2005 wurde das vom Grafiker Heinz Schulz-Neudamm gezeichnete Metropolis-Filmplakat in London für 398.000 Pfund Sterling (ca. 600.000 Euro) verkauft, der höchste bis dato gezahlte Preis für ein solches Poster.

Siehe auch

Literatur

  • Thomas Elsaesser: Metropolis - Der Filmklassiker von Fritz Lang. Europa Verlag, Hamburg 2000. ISBN 3-203-84118-5
  • Enno Patalas: Metropolis in/aus Trümmern - Eine Filmgeschichte. Bertz, Berlin 2001. ISBN 3-929470-19-5
  • Thea von Harbou: Metroplis - Der Roman zu Fritz Langs Film. Ullstein, Frankfurt/M-Berlin-Wien,1978. ISBN 3-548-03394-6
  • Fred Gehler, Ullrich Kasten: Fritz Lang - Die Stimme von Metropolis. Henschel, Berlin 1990, ISBN 3-362-00522-5
  • Guntram Geser: Fritz Lang, Metropolis und Die Frau im Mond, Zukunftsfilm und Zukunftstechnik in der Stabilisierungszeit der Weimarer Republik. Corian-Verlag, Meitingen 1999, ISBN 3-89048-310-0

Weblinks

 

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