Monica Seles

Monica Seles (* 2. December 1973 in Novi Sad, Yugoslavia Hungarian discussion: Szeles Mónika) is a well-known Tennisspielerin. Seles won nine Grand Slam of tournaments to today 53 tournaments in the single, under it. The unusual career former world rank list first was overshadowed 1993 by an assassination attempt.

Inhaltsverzeichnis

Spielweise

Die 1,79 Meter große Seles ist Linkshänderin und benutzt sowohl ihre Vorhand als auch ihre Rückhand beidhändig. Noch ungewöhnlicher ist, dass sie nicht umgreift, wenn sie die Seiten wechselt. Angesichts ihrer beidseitig beidhändigen Spielweise ist es Seles auch möglich, extrem spitze Winkel zu spielen, die die gegnerische Seite weit öffnen. Die beidhändige Spielweise sorgt auch für eine stark verdeckte Schlagausführung, die die Antizipation der Schläge erschwert. Eines der Markenzeichen des Spiels der Monica Seles ist auch ihr charakteristisches lautstarkes Stöhnen, während sie den Ball spielt. Dieses "Geräusch" hat wiederholt für Kontroversen mit Kontrahentinnen (u. a. Natalie Tauziat, Martina Navratilova, Katerina Maleeva) gesorgt, die sie aufforderten, es während des Spieles zu unterlassen.

Grand-Slam-Ergebnisse:

Turnier 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 Career
Australian Open - - S S S - - S - - HF - VF HF 2r 4
French Open HF S S S - - - VF HF F HF VF - VF 1r 3
Wimbledon 4r VF - F - - - 2r 3r VF 3r VF - VF - 0
US Open 4r 3r S S - - F F VF VF VF VF 4r VF - 2

Außerdem gewann sie dreimal (1990, 1991, 1992) die WTA Tour Championships.

Karriere

Aufstieg

Monica Seles begann mit 6 Jahren Tennis zu spielen. Angeleitet wurde sie dabei von Vater Karoly. Das erste Turnier gewann sie mit 9 Jahren. Aus dieser Zeit ist von ihr selbst jene nette Episode überliefert, dass Seles, die noch nicht in der Lage gewesen war, bei Wettkampf-Spielen den Spielstand selbst zu erfassen, von Zeit zu Zeit ihrem Vater fragend zugerufen habe: "Gewinne ich?"

1985, mit 11 Jahren, gewann Seles die prestigeträchtige Orange Bowl in Miami, eines der weltweit bedeutendsten Nachwuchsturniere. Hierbei erweckte das beidhändig spielende Mädchen das Interesse des weltbekannten amerikanischen Tenniscoachs Nick Bolletieri. 1986 zog Familie Seles in die Vereinigten Staaten, wo Monica für zwei Jahre unter der bekanntermaßen harten Ägide des Amerikaners ihr Spiel weiter verbesserte. Bolletieri war von der absoluten Außergewöhnlichkeit seiner Athletin und ihrer ungewöhnlichen Spielweise von Anfang an überzeugt. So ließ er eigens für Seles einen von hohen Wänden umgebenen Platz errichten, um so - von neugierigen Blicken der potenziellen Konkurrenz ungestört - Seles' Powerspiel zur Perfektion zu entwickeln.

Wie gut diese Taktik aufging, erwies sich bereits zwei Jahre später, als Seles im Alter von 15 Jahren Tennis-Profi wird. Im Mai desselben Jahres erringt sie in Houston ihren ersten großen Titel. Im Finale schlägt Seles sensationell die Weltranglisten-Dritte Chris Evert . Die allermeisten Gegnerinnen hatten dem beidseitigen Powerspiel der Monica Seles nichts entgegenzusetzen. Ihre beidhändige Spielweise ermöglichte zudem ein ungewöhnlich verdecktes Winkelspiel, dass es den Gegnerinnen schwer machte, Seles Spielzüge zu antzipieren. Für viele gilt die spätere Wahl-Amerikanerin als die eigentliche Begründerin des modernen Power-Tennis.

Einen Monat später erreichte Seles bei ihrem ersten Grand Slam - Turnier bereits das Halbfinale der French Open , wo es der Weltranglisten-Ersten Steffi Graf bedurfte, um den Shooting Star zu stoppen. Es war nach diesem umkämpften Spiel, als Grafs Vater Peter zu Protokoll gab, dass Seles die Herausforderin seiner Tochter sein werde. Eine große Rivalität deutete sich an. Seles beendete ihr erstes Profi-Jahr mit einem sensationellen 6. Platz in der Weltrangliste.

Durchbruch

Das Jahr 1990 brachte den Durchbruch der Monica Seles. Bereits im Mai hatte Seles bei den German Open in Berlin erstmals Steffi Graf bezwungen. Graf hatte in den Vorjahren das Welttennis dominiert wie kaum eine andere Spielerin zuvor und war seit 66 aufeinanderfolgenden Spielen unbesiegt. Zwei Wochen später gelang Seles die Wiederholung des Triumphs: Bei den French Open besiegte sie in einem umkämpften Finale erneut die Weltranglisten-Erste, die im Tie-Break des ersten Satzes 4 Satzbälle nicht verwerten konnte. Seles gewann in 2 Sätzen. Sie ist mit 16 Jahren und 6 Monaten die bis heute jüngste French Open-Siegerin aller Zeiten.

Weltranglisten-Erste und Dominanz

Das Jahr 1991 war das erste von zwei Jahren, in denen Monica Seles das Welttennis dominierte. Seles startete mit dem Gewinn der Australian Open im Januar, wo sie bei ihrer ersten Teilnahme Jana Novotna im Finale schlug. Im März gelang es ihr, Steffi Graf als Weltranglisten-Erste zu enttrohnen. Im Juni verteidigte sie ihren French Open -Titel in Paris gegen Arantxa Sanchez-Vicario , die Siegerin von 1989 . Während der sich zeitlich anschließenden Wimbledon -Championships nahm Seles eine überraschende sechswöchige Auszeit. Im September aber erreichte sie auf Anhieb das Finale ihrer ersten US Open , in dem sie die große Martina Navratilova schlug.

Auch das Jahr 1992 verlief in ähnlich erfolgreicher Weise: Monica Seles gelang es, ihre drei Grand Slam - Titel zu verteidigen. Einen Höhepunkt bildete hierbei das Finalspiel in Roland Garros, wo sie erneut der wiedererstarkenden Graf gegenüberstand und diese in einem der besten Spiele aller Zeiten mit 10:8 im dritten Satz niederhielt. Seles nahm auch erstmals an Wimbledon teil, unterlag auf Rasen aber deutlich ihrer Vorgängerin Steffi Graf . Graf siegt mit 6:2 und 6:1.

Zwischen Januar 1991 bis Februar 1993 gewann Monica Seles nicht weniger als 22 Turniere and erreichte 33 mal das Finale - bei insgesamt 34 gespielten Turnieren. Sie kam hierbei auf die erstaunliche Bilanz von 159 Siegen bei 12 Niederlagen (92,9 %). Bei Grand Slam -Turnieren stand Seles' Quote bei unglaublichen 55 Siegen und nur einer Niederlage. Innerhalb ihrer ersten 4 Jahre auf der Tour (1989-1992) insgesamt gelang ihr bei 30 Turniersiegen eine Siegesquote von 231-25 Spielen (90,2%) . Nur Chris Evert kann mit 91,4% und 34 Turniersiegen zwischen 1971 und 1974 auf einen bessereren Karrierestart zurückblicken.

Monica Seles ging als stärkste Spielerin ins Jahr 1993. Im Januar startete sie erneut mit einem Titelgewinn über Graf bei den Australian Open. Sie schlug die Deutsche in drei Sätzen und verbuchte in "Down Under" ihren dritten Titelgewinn in Folge.

Erbitterte Rivalität bis 1993: Monica Seles und Steffi Graf

Die sportliche Rivalität zwischen der Deutschen Steffi Graf und der späteren Wahl-Amerikanerin Monica Seles zwischen 1989 und 1993 gehörte fraglos zu den großen Kapiteln des Tennissports.

Die - meist - hart umkämpften Duelle der beiden von ihrer Persönlichkeit und ihrem Spielsystem so unterschiedlichen Athletinnen markierten Höhepunkte in beider Karrieren und haben das Damen-Tennis auf ein höheres Niveau geführt.

In ihren Auseinandersetzungen trafen nicht nur sehr unterschiedliche Persönlichkeiten aufeinander: hier die introvertierte stille Deutsche, die jeden Medienrummel scheute und sich anfangs jedes Lächeln verkniff. Dort die extrovertierte Jugoslawin, die ihre Gegnerinnen zur Begrüßung als 15jährige mit Rosensträußen beehrte, um sie dann vom Platz zu fegen. Auch die so unterschiedlichen Spielsysteme nährten die große Rivalität: Hier die schnörkellos spielende, schnelle Graf mit ihrer gewaltigen Vorhand und der den Ball tief eingrabenden unterschnittenen Rückhand. Dort Monica Seles, die stöhnend jeden Ball mit maximaler Härte drosch und die Gegnerinnen mit raffiniertem Winkelspiel aus dem Platz zwang. Beider absoluter Anspruch, nur die Beste sein zu wollen, machte die Aufeinandertreffen der beiden Dominatorinnen zu emotional aufgeladenen Sternstunden des Tennissports.

Bis zum Erscheinen der jungen Monica Seles hatte die Deutsche Steffi Graf das Welttennis nach Belieben beherrscht und als nahezu unbesiegbar gegolten. Dies hatte sich 1990 im zweiten Jahr Seles auf der Tour geändert, in der die Deutsche erstmals unterlag und sieglos blieb. Im Jahre 1991 , in dem Grafs Form insgesamt kriselte und die Deutsche für ihre Verhältnisse auch ungewöhnlich oft gegen andere Spielerinnen verlor, hatte Seles die Führung in der Weltrangliste übernommen, 3 der 4 möglichen Grand Slams gewonnen, wobei sich beide in keinem einzigen der Grand Slam-Finals gegenüberstanden. Graf hatte Seles in den einzigen beiden Aufeinandertreffen des Jahres bei zwei kleineren Turnieren besiegt, jedoch - mit Ausnahme des Sieges in Wimbledon - kein anderes Major-Endspiel erreicht. Auch 1992 gewann Seles überlegen drei der vier Grand Slam-Turniere. Beide stehen sich im Verlaufe des Jahres zwei mal gegenüber - nun wieder in den Endspielen von Grand Slam - Turnieren. Bei den French Open siegt Seles über Graf mit 10:8 im dritten Satz. In Wimbledon gewinnt die Deutsche über Seles. Seles revanchiert sich, neuerlich in einem Grand Slam -Finale, Anfang 1993 bei den Australian Open mit einem Drei-Satz-Sieg.

Im April des Jahres 1993 wieß die Gesamtbilanz für Graf 6 und für Seles 4 Siege aus - wobei Seles 6 der letzten 8 Grand Slam - Turniere gewonnen hatte. Angesichts des allmählichen Widererstarkens von Graf deutete sich Anfang 1993 eine langjährige sportliche Rivalität an, die in ihrer Emotionsgeladenheit, Brisanz und Spannung ein Versprechen auf die Zukunft zu sein schien: Ein Kampf um die Vormachtstellung im Damen-Tennis, der eine ähnliche Qualität versprach wie man sie vorher zwischen Chris Evert und Martina Navratilova erlebt hatte.

Doch diese hochgespannten Erwartungen finden im April des Jahres 1993 ein unvorhergesehenes, jähes Ende, über das die frühere Weltklasse-Spielerin Pam Shriver einmal sagen wird: "Man hat uns um das Duell einer Generation betrogen".

Das Attentat

Am 30. April 1993 wurde Monica Seles während ihrer Viertelfinalbegegnung gegen die Bulgarin Magdalena Maleeva beim Tennisturnier in Hamburg von dem geistig verwirrten Günter Parche, einem 38-jährigen deutschen Fan ihrer stärksten Kontrahentin Steffi Graf, beim Seitenwechsel in den Rücken gestochen. Seles, die zu dieser Zeit Rang eins in der Weltrangliste hatte, bestritt nach dem Attentat zwei Jahre lang keine professionellen Spiele mehr. Wenige Wochen später übernimmt Graf wieder die Führungsposition der Weltrangliste.

Die Nachrichten über eine mögliche Rückkehr der Monica Seles wechseln. Zwar scheinen die physischen Verletzungen schon bald verheilt, doch anders verhält es sich mit der Psyche: Seles leidet unter einer posttraumatischen Belastungsstörung und in der Folge unter depressiven Verstimmungen. Comeback-Ankündigungen folgen immer wieder Absagen. Am 17. Mai 1994 wird Seles US-Bürgerin.

Es wird still um die Jugoslawin und viele bezweifeln, dass Seles je auf den Platz zurückkehren würde.

Das Comeback

1995 verdichten sich die Anzeichen für das langerhoffte Comeback. Seles ist zu Gast bei den French Open.

Mit einem aufsehenerregenden Schaukampf gegen Martina Navratilova feierte Seles 1995 ein erfolgreiches Comeback. Gleich bei ihrem ersten offiziellen Turnier nach der Pause konnte sie in Toronto den Sieg davon tragen, wo sie unter anderem Anke Huber und Gabriela Sabatini besiegen konnte. Seles verlor keinen einzigen Satz und braucht nie länger als eine Stunde, um ihre Spiele zu gewinnen. Bei den folgenden US Open siegte sie erneut gegen Huber und schlug auch Jana Novotna und Conchita Martinez, ehe sie in einem emotionalen engen Finale Steffi Graf in drei Sätzen unterlag.

Höhen und Tiefen: Die weitere Karriere bis 2003

Dauerhaft gelang es Seles nicht, wieder an die überragende Form und die alten Erfolge anzuknüpfen. Dauerhafte Verletzungsproblem und der Tod des Vaters im Frühjahr 1998 warfen die Amerikanerin immer wieder zurück.

Nur bis zu den Australian Open 1996 schien die Karriere der Monica Seles nahezu nahtlos dort anzuschließen, wo sie zwei Jahre zuvor so abrupt unterbrochen worden war: Die Neu-Amerikanerin gewann das Vorbereitungsturnier in Sydney und wenig später in Melbourne auch ihr insgesamt neuntes Grand Slam - Turnier. Sie blieb somit bei ihrem insgesamt vierten Start in Australien ungeschlagen. Mit den Spielen, die sie im darauf folgenden Jahr bei den Australian Open gewinnen sollte, brach Monica Seles den 73 Jahre alten Rekord der Tennis-Legende Suzanne Lenglen: Sie war seit ihrem ersten Auftreten bei den Australian Open für insgesamt 33 Spiele in Folge unbesiegt geblieben. Auf dem Weg zum Titel 1996 besiegte sie Spielerinnen wie Anke Huber, Conchita Martinez und Jana Novotna. Seles kehrte in die Top Ten der Weltrangliste zurück. Im weiteren Verlauf des Jahres gewann sie auch die Turniere in Eastbourne, Montreal und Tokio. Dann aber folgten 11 Monate Wartezeit.

1997 blieb Monica Seles bis zum August sieglos. Eine Fingerverletzung zwang sie zur Absage der Frühjahrsturniere. Dann aber besiegte die Amerikanerin im Finale von Manhattan Beach die Weltranglisten-Erste Lindsay Davenport und triumphiert eine Woche später in Toronto. Es ist ihr 40. Sieg bei einem WTA-Turnier. Mit diesem Erfolg verdrängte sie Jana Novotna und rückte kurzzeitig auf den zweiten Platz der Weltrangliste vor. Doch bereits eine Woche später führt eine Schulterverletzung erneut zur Absage der nächsten Einsätze. Bei den US Open unterlag sie im Viertelfinale Irina Spirlea. Die Presse berichtete erstmals über die schwere Krebserkrankung von Vater Karoly.

1998 stirbt Vater Karoly. Im Viertefinale der Australian Open feierte Seles mit 7:5 und 6:1 den ersten Sieg über Steffi Graf seit ihrem Comeback, scheitert aber im Halbfinale an Martina Hingis. Das letzte Aufeinandertreffen der großen Rivalinnen Seles und Graf, deren Karrieren so schicksalhaft miteinander verflochten waren, fand ein Jahr später im Halbfinale der French Open statt. Graf gewinnt am Ort der ersten unvergesslichen Schlachten ein großartiges Spiel mit 6:7 6:3 6:4.

Die nächsten Jahre sind von einigen Höhen und vielen Tiefen geprägt: Langen Verletzungspausen folgen immer wieder Turniersiege. Der letzte datiert vom Mai 2002, als Monica Seles die Madrid Open gewann. Es ist der 53. Turniererfolg der Amerikanerin.

Ihr letzter Auftritt bis zu diesem Tage datiert von den French Open 2003. Die dreifache Paris-Siegerin Monica Seles unterliegt in der ersten Runde der French Open völlig außer Form der Russin Nadja Petrowa mit 4:6 und 0:6.

Seit dem Mai 2003 hat Monica Seles keine Profi-Matches mehr gespielt.

2006: Comeback oder Karriereende?

Am 15. Dezember 2005 schließlich äußerte sich die körperlich offenbar noch immer angeschlagene ehemalige Weltranglisten-Erste in der Presse über die Chancen eines Comebacks und ihre Karriere insgesamt:

"Ich trainiere noch immer und hoffe natürlich auf ein Comeback. Aber ich bin realistisch: Wenn es 2006 nicht mit der Rückkehr auf die Tennisplätze klappen sollte, dann muss mein Leben auch so weitergehen."

“My play is not for the moment on the level, on which I would like myself to measure with the other girls. My foot does not permit it to me to train so many hours as that would be necessary, in order to return. I do not have simply the necessary Konstanz in my play. Sollte ich nicht mehr spielen können, bin ich trotzdem glücklich."

"Insgesamt kann ich sagen, dass ich eine sehr ungewöhnliche Karriere hatte. Ich hatte viele Höhen und viele Tiefen. Aber letztendlich hatte ich das Glück, etwas tun zu dürfen, was ich liebe. Als ich als kleines Mädchen begann zu spielen, hat es mir einfach Spaß gemacht, auf die Bälle zu schlagen. Und daran hat sich bis heute nichts geändert. Es macht mir einfach Spaß zu spielen."

"Sollte ich noch einmal zurückkommen, dann sehe ich das als einen zusätzlichen Bonus. Wenn nicht - ich werde trotzdem glücklich und zufrieden sein".

Bedeutende Matches

French Open 1990

(Finale: Seles - Graf 7:6 6:4)

3 Wochen, nachdem Monica Seles die Weltranglistenerste Steffi Graf ausgerechnet bei deren erklärtem Lieblingsturnier in Berlin erstmals deutlich bezwungen hatte, trafen sich die beiden Spielerinnen im Endspiel der French Open wieder. Seles führte schnell mit 3:0 und 4:1, ehe das Match wegen Regens unterbrochen werden musste. Graf kam hoch motiviert aus der Kabine zurück und schien entschlossen zu zeigen, wer die beste Spielerin der Welt ist. Nach einer Aufholjagd führte die Deutsche im Tie-Break mit 6:2 und hatte 4 Satzbälle. Doch Seles gelangen in dieser Phase alle folgenden sechs Punkte und somit der Gewinn des ersten Satzes. Durch diese verpasste Chance gehemmt musste Graf auch den zweiten Satz mit 4:6 abgeben und die damalige Jugoslawin Seles feierte ihren ersten Sieg bei einem Grand Slam Turnier.

Masters 1990

(Finale: Seles - Sabatini 6:4 5:7 3:6 6:4 6:2)

Erstmals seit 1902 ging 1990 ein Damenmatch wieder über die Distanz von 5 Sätzen. Seles hatte zuvor in einem harten Dreisatzmatch Arantxa Sanchez-Vicario besiegt, während Gabriela Sabatini Steffi Graf aus dem Rennen werfen konnte. Seles gewann den ersten Satz nach einer dreiviertel Stunde mit 6:4, ehe sich die Südamerikanerin zurück kämpfte und sich die Sätze 2 und 3 sichern konnte, womit ein normales Finale der Damen beendet gewesen wäre. Damals waren jedoch drei gewonne Sätze zum Sieg beim Masters nötig. Seles kämpfte sich zurück in die Partie und ging letzten Endes nach nahezu vier Stunden Spielzeit als Siegerin vom Platz. Für Seles war es der erste Triumph beim Masters und bedeutete damals auch erstmals Platz 2 in der Weltrangliste.

French Open 1992

(Finale: Seles - Graf 6:2 3:6 10:8)

1992 stand Monica Seles zum dritten Mal in Folge im Endspiel der French Open. Wie schon 1990 hieß die Gegnerin Steffi Graf. Seles begann extrem druckvoll und ließ der Deutschen beim 6:2 im ersten Satz kaum eine Chance. Doch Graf kämpfte sich zurück in die Partie und konnte den zweiten Satz mit 6:3 für sich entscheiden. Nun begann ein echter Schlagabtausch der beiden damals mit Abstand besten Spielerinnen der Welt. Seles gelang das erste Break im letzten Satz und sie hatte beim Stand von 5:3 Matchbälle. Diese konnte die Weltranglistenzweite Graf jedoch mit hervorragendem Spiel allesamt abwehren. Graf gelang das 4:5 und danach das Break zum 5:5. Vor einem begeisterten Pariser Publikum kämpften beide Spielerinnen weiter, ehe Seles bei einer 9:8 Führung erneut Matchbälle hatte, wovon sie den zweiten letztendlich nutzen konnte.

Wimbledon 1992

(Finale: Seles - Graf 2:6 1:6)

Einen Höhepunkt negativer Art in der sportlichen Laufbahn von Monica Seles stellte das Wimbledon-Finale 1992 dar. Seles zeigte sich von Debatten um ihre Stöhn-Geräusche beeindruckt. Ihre Gegnerinnen im Viertelfinale und Halbfinale Tauziat und Navratilova hatte sich mehrmals beschwert. Seles versuchte nun im Endspiel möglichst still zu sein, was ihr Spiel negativ beeinflusste. Umgekehrt schien Graf an jenem Tag auch extrem motiviert, die French-Open-Niederlage vier Wochen zuvor wett zu machen. Das Spiel wurde mehrmals wegen Regens unterbrochen, was zu einer Gesamtspielzeit von nahezu fünf Stunden führte. Die reine Spielzeit betrug nur jedoch nur 58 Minuten, in welchen Graf jederzeit die Kontrolle auf dem schnellen Untergrund hatte und ohne Probleme mit 6:2 und 6:1 siegte.

US Open 1995

(Finale: Graf-Seles 7-6 0-6 6-3)

Das Finale der US Open 1995 hat fraglos als einer der emotionalsten, spannendsten und härtesten Schlagabtausche in die Geschichte des modernen Tennis Einzug gefunden. Zum ersten Mal seit dem Attentat des Graf-Fans Parche im Jahre 1993 standen sich die Deutsche und die Amerikanerin erneut auf dem Platz gegenüber. Für Seles war der Einzug ins Endspiel die Krönung eines bis dahin makellosen Comebacks: Auf Anhieb hatte sie das Turnier in Toronto gewinnen können und auch bei den US Open war Seles nicht zu stoppen. Die Tenniswelt starrte gebannt auf das Duell zwischen den beiden Tennisköniginnen der neunziger Jahre. Für beide bedeutete dieses neuerliche Zusammentreffen eine besondere emotionale Herausforderung: Für Seles, deren glanzvolle Karriere durch den fanatischen Graf-Bewunderer Parche abrupt unterbrochen worden war. Für Graf, die immer in dem Bewußtsein und mit dem Makel hatte leben müssen, dass es Parches Absicht war, ihre schärfste Konkurrentin aus dem Weg zu räumen. Die Deutsche befand sich zudem inmitten eines Steuerhinterziehungsverfahrens, das zur Verhaftung ihres Vaters Peter geführt hatten.

Die ersten Ballwechsel des Spiels machten Glauben, dass die Zeit stehen geblieben sei: Beide spielten auf allerhöchstem Niveau. Seles und Graf lieferten sich einen bedingungslos geführten Schlagabtausch. Schlaghärte und Schnelligkeit des Spiels waren atemberaubend. Beide zeigten keinerlei Schwäche. Fast folgerichtig endete Satz 1 im Tie-Break und auch dieser verlief sehr eng. Seles hatte schließlich Satzball. Ihr Aufschlag durch die Mitte landete im Bereich der Linie und wurde schließlich ausgegeben. Seles ist empört. Graf holt gewinnt die nächsten Punkte und so auch den ersten Durchgang.

Im zweiten Satz dominiert nur Monica Seles: mit unglaublicher Härte produziert sie unerreichbare direkte Gewinnschläge aus allen erdenklichen Ecken des Platzes. Ihre Gegnerin ist in dieser Situation chancenlos. Es ist das erste Mal, dass Graf bei den US Open einen Satz 0:6 verliert.

Im Entscheidungssatz gibt sich keine der beiden eine große Blöße. Aber Graf gelingt ein frühes Break, das es ihr gelingt zu transportieren. Beim Stand von 5:3 und Match-Bällen rückt Graf schließlich überraschend ans Netz vor und verwandelt einen tiefen Passierschlag von Seles unerreichbar zum Match-Gewinn.

Graf siegt knapp mit 7:6 0:6 6:3.

Rekorde

Rekord-Weltranglistenerste im Damentennis
Rang Nationalität Name Wochen
1. Germany Steffi Graf 377
2. the Czech Republic the United States Martina Navratilova 331
3. the United States Chris Evert 262
4. Switzerland Martina Hingis 209
5. Serbia and Montenegro the United States Monica Seles 178
Stand: 5. April 2006
  • Jüngste French Open - Siegerin aller Zeiten (16 Jahre 6 Monate)
  • Mit ihrem drei aufeinanderfolgenden French Open - Siegen (1990-1992)) stellt Monica Seles den Rekord von Helen Wills Moody (1928-1930) und Hilde Krahwinkel (1935-1937) ein.
  • Mit 33 Spielen, die Seles bei einem Grand Slam - Turnier (Australian Open) vom allerersten Auftritt an ungeschlagen bleibt, bricht sie den 73 Jahre alten Rekord von Suzanne Lenglen .

Siehe auch

Weblinks

  • {{ #if:
|
| * Literatur von und über Monica Seles im Katalog der DDB

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