Paulus of Tarsus

„Apostel Paulus “of Dürer

Paulus of Tarsus († probably 64) was a most influential theologian of the Urchristentums and beside Petrus the most important earlyChristian Missionar. Its christozentrische view on the Jewish Wanderprediger Jesus of Nazaret coins/shapes the Christianity until today.

Paulus war ein griechisch gebildeter Pharisäer aus der jüdischen Diaspora, der als gesetzestreuer Jude die Urchristen zunächst verfolgte. Seit seiner Bekehrung vor Damaskus aber verstand er sich als von Gott berufener „Apostel des Evangeliums für die Völker" (Gal 1,15f). Als solcher bereiste er den östlichen Mittelmeerraum und gründete dort einige Christengemeinden. Als ihr Seelsorger schrieb er in griechischer Sprache eine Reihe von Briefen an sie, die zu den ältesten erhaltenen urchristlichen Schriften gehören. Dreizehn ihm zugeschriebene Briefe wurden in das Neue Testament aufgenommen; mindestens sieben davon erkennt die heutige historisch-kritische Forschung als echt, einige weitere als seiner Theologie nahe stehend an.

Zwar übernahm Paulus den Glauben der Jerusalemer Urgemeinde an Jesus von Nazaret als Erlöser aller Menschen, unabhängig von ihrer Volkszugehörigkeit. Er lehrte jedoch, dass Gott mit der Hingabe seines Sohnes die heidnischen Völker aus Gnade in seinen Bund aufgenommen habe. Für die Aufnahme der Heiden in die Gemeinschaft der Erretteten sei einzig der Glaube an den gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus notwendig, der alle Sünden der Welt auf sich genommen habe, nicht jedoch nicht die Befolgung konkreter jüdischer Gesetzesvorschriften (z.B. das Gebot der männlichen Beschneidung). Damit legte er den Grundstein zu einer neuen, klar vom traditionellen Judentum unterschiedenen Weltreligion, die zugleich mit der von ihm als vorrangig betrachteten Ursprungsreligion verbunden blieb.

Die paulinische Theologie beeinflusste die weitere Kirchengeschichte maßgebend und rief immer wieder epochale Wendepunkte hervor. Sie prägte u.a. Augustinus von Hippo, Martin Luther und Karl Barth.

Inhaltsverzeichnis

Quellen und Chronologie

Es gibt im wesentlichen zwei Quellen, die über den Inhalt und die zeitliche Abfolge der paulinischen Missionstätigkeit Auskunft geben. Hauptquelle sind die als echt geltendenden Briefe (Röm, Gal, 1. Kor, 2. Kor, Phil, 1. Thess, Phlm), verfasst zwischen etwa 50 und 60 n.Chr. Darin gibt Paulus Hinweise auf wichtige biographische Daten (durchgeführte Reisen und vergangene Begebenheiten, geplante Vorhaben). Daneben existiert als Sekundärquelle die Apostelgeschichte (Apg) des Lukas. Sie wurde nach 70 n.Chr. verfasst, also mindestens zwanzig Jahre nach den Ereignissen. Sie ist kein historisch verlässlicher Bericht, sondern zeichnet ein teilweise stilisiertes Bild der ersten christlichen Gemeinden. Dennoch kann sie die Angaben der Paulusbriefe ergänzen.

Wenn man so will, kann man eine in Delphi gefundene Inschrift als weitere Quelle bezeichnen. Nach dieser war Lucius Junius Gallio in den Jahren 51/52 (wohl von Frühsommer bis Frühsommer) Statthalter in Korinth. In Apg 18 wird der eineinhalbjährige Aufenthalt des Paulus in Korinth beschrieben, der mit einer Verhandlung des Paulus vor eben diesem Gallio endete. Also hielt sich Paulus etwa 50/51 n.Chr. in Korinth auf (s. Biographie von Rainer Riesner). Von dort lassen sich die weiteren chronologischen Daten nach vorne und nach hinten ungefähr errechnen.

Nach hinten: Von Korinth aus wendete sich Paulus nach einer kurzen Zwischenstation in Antiochia (Apg 18,23) für mehrere Jahre nach Ephesus, wo er vermutlich zwischen 52 und 56 n.Chr. blieb (Apg 19,1.8.10; 20,31) und auch einige Zeit im Gefängnis verbrachte (2. Kor 1,8f und Phil 1,12-14). Danach reiste er über Makedonien nach Korinth, wo er einen Winter lang blieb (2 Kor 2,12f und öfter, Apg 20,1f). Im Frühjahr 57 muss er dann aufgebrochen sein, um nach Jerusalem zu reisen (Apg 20,3 und Röm 15,25ff). Dort angekommen, wurde er nach einem Tumult vom Statthalter Antonius Felix verhaftet und zwei Jahre lang in Gewahrsam gehalten (Apg 20ff). Erst nach der Ablösung des Felix durch den neuen Statthalter Porcius Festus, die sich ziemlich sicher auf das Jahr 59 n.Chr. datieren lässt, hatte Paulus Gelegenheit, an den römischen Kaiser zu appellieren. So wurde er nach Rom verschifft.

Nach vorne: Vor der Ankunft in Korinth hatte Paulus in Athen (Apg 17 und 1 Thess 3,1-5), in Thessaloniki (Apg 17 und 1 Thess 2,2) und in Philippi (Apg 16 und 1 Thess 2,2) missioniert und Gemeinden gegründet. Nimmt man dafür sowie für die Reise von Antiochia bis Griechenland einen Zeitraum von vielleicht eineinhalb Jahren an, dann müsste Paulus etwa 48 n.Chr. aus Antiochia (Apg.15,40) aufgebrochen sein. Davor fand die mit Barnabas gemeinsam durchgeführte Missionsreise durch Zypern und die Südtürkei statt, also wohl etwa 46/47 n.Chr. Vor dieser Missionsreise besuchte Paulus Jerusalem (Apg 12,25) - vermutlich, um eine Kollekte zu überbringen (Apg.11,30 und Gal.2,10). Der Zeitraum davor wird von Paulus recht exakt in Gal 1-2 beschrieben: Auf seine Bekehrung folgten Aufenthalte in Arabien und Damaskus (Gal 1,17). Drei Jahre nach der Bekehrung besuchte er in Jerusalem Petrus (Gal 1,18, in der Apostelgeschichte stilisiert wiedergegeben: Apg 9,26-30). Dann missionierte er in Syrien und Kilikien, also in Tarsus und Antiochia (Gal 1,21). Vierzehn Jahre nach seiner Bekehrung besuchte er zum zweiten Mal Jerusalem (Gal 2,1-10), damit muss der Besuch von Apg 11/12 gemeint sein. Wenn dieser im Jahr 46 n.Chr. stattfand (s.o.), dann dürfte die Bekehrung etwa 32 n.Chr. erfolgt sein.

Diese chronologischen Daten werden abgesichert durch zwei historisch belegte Ereignisse: Der jüdische Geschichtsschreiber Flavius Josephus erwähnt für die Mitte der 40er Jahre eine Hungersnot in Palästina. Hier ist es durchaus denkbar, dass Paulus und Barnabas eine Geldspende der antochenischen Gemeinde nach Jerusalem überbrachten (Apg.11/12). Im Jahre 49 n.Chr. erließ Kaiser Claudius ein Edikt, wonach alle Juden Rom zu verlassen hatten. Auch das zum Christentum übergetretene Ehepaar Aquila und Priska verließ Rom und siedelte nach Korinth über, wo Paulus auf die beiden gerade Umgezogenen traf (Apg 18,2).

Ein Problem ist das so genannte Apostelkonzil (Apg 15). Meistens wird es mit dem in Gal 2,1-10 geschilderten Jerusalembesuch des Paulus identifiziert, weil in beiden Erzählungen davon die Rede ist, dass sich einige Apostel zum Gespräch treffen. In der neueren theologischen Literatur findet sich aber bisweilen eine Ablehnung dieser Gleichsetzung, weil die Details beider Erzählungen nicht übereinstimmen (Reiseanlässe, Reisergebnisse, Reisezeiten).


Übersicht über die Chronologie des Lebens des Paulus:

32: Bekehrung (besser: Berufung zum Heidenapostel)

danach Arabien, Damaskus

35: erste Jerusalemreise mit Besuch bei Petrus

danach Tarsus/Kilikien, Antiochia/Syrien

46: zweiter Jerusalembesuch (manchmal auch auf 48 n. Chr. datiert)

46/47: Zypern, Südtürkei

48-50: Philippi, Thessaloniki, Athen

50/51: Korinth (Abfassung des ersten Thessalonicherbriefes)

Zwischenstation in Antiochia

52-56: Ephesus (Abfassung der Briefe Gal, Phil, 1 Kor, Phlm)

56/57: Makedonien, Korinth (Abfassung der Briefsammlung 2 Kor und des Röm)

57: letzte Jerusalemreise

57-59: Gefangenschaft in Cäsarea

59/60: Reise nach Rom

ca. 64: Tod (vermutlich in Rom, unter Nero)

Leben

Herkunft und Ausbildung

Nach Apg 22,3 stammte Paulus aus einer strenggläubigen jüdischen Familie aus Tarsos in der damaligen römischen Provinz Kilikien, einem Landstrich in der heutigen Südtürkei im Grenzgebiet zu Syrien. Diese Hafenstadt war damals ein bedeutendes Handelszentrum mit einer größeren jüdischen Synagogengemeinde, wie es sie in vielen Küstenstädten des Mittelmeerraums gab.

Von seinem Vater erbte Paulus das römische Bürgerrecht (Apg 16,37; 22, 28), das nur eine Minderheit der jüdischen Reichsbewohner besaß. Darauf berief er sich später erfolgreich in Konflikten um seine Mission.

Lukas führt ihn mit dem jüdischen Vornamen Saulus ein (Apg 7,58; 8,1.3), der von Saul (hebräisch Schaul), dem ersten König Israels, abgeleitet ist. Wie dieser stammte seine Familie aus dem Stamm Benjamin (1. Sam 9,1), der als der kleinste der zwölf Stämme Israels galt. Darauf kann der griechische Name Paulos (= der Kleine; lateinisch Paulus) anspielen und auch wegen seiner Lautähnlichkeit zu Schaul gewählt worden sein. Paulus selbst verwendete ihn immer in seinen Briefen.

Lukas erwähnt den Doppelnamen beiläufig erst in Apg 13,9. Saulus wechselte seinen Namen also nicht wegen seiner Bekehrung und Taufe zu Paulus, wie es die bekannte Redewendung irrtümlich nahelegt, sondern trug beide Namen wohl seit seiner Geburt. Mehrsprachige Vor- oder Doppelnamen waren damals unter Diasporajuden üblich. Allerdings kam der Name Paulus nur extrem selten vor.

Paulus selbst betont zwar den völligen Wesenswandel, der ihm durch seine Begegnung mit Jesus Christus widerfuhr, bringt diesen aber nicht mit einem Namenswechsel in Verbindung. Er hat sich entschieden dagegen verwahrt, diesen Wandel als Aufgabe seines Judeseins misszuverstehen. Gegenüber innerchristlichen Gegnern hob er seine Abstammung in seinen Briefen später immer wieder voll Stolz hervor (z.B. Phil 3,5f):

... einer aus dem Volk Israel, vom Stamme Benjamin, ein Hebräer von Hebräern, nach dem Gesetz ein Pharisäer ...

Demnach erhielt Paulus wohl schon in seiner Jugend eine Ausbildung als Toralehrer. Laut Apg 22,3 wuchs er in Jerusalem auf und wurde dort vom damals berühmten Rabbiner Gamaliel I. unterrichtet; er selbst jedoch erwähnt weder den Umzug noch seinen Lehrer, auch nicht, wo es ihm genützt hätte. Seine Briefe zeigen aber gleichermaßen solide Kenntnisse des Tanach und philosophischer Traditionen, Rede- und Argumentationsweisen des Hellenismus.

Nach jüdischem Brauch lernte Paulus neben seiner Bibelausbildung auch das Handwerk des Zeltmachers, vergleichbar mit dem des Sattlers (Apg 18,3). Mit dieser Tätigkeit verdiente er auch später als christlicher Missionar seinen Lebensunterhalt (1. Thess 2,9; 1. Kor 4,12; 2. Kor 11,27).

Christenverfolger

Paulus vertrat bis zu seiner Bekehrung einen strengen Pharisäismus, der verlangte, dass auch Proselyten (zum Judentum übergetretene Nichtjuden) zu beschneiden seien. Er übte diese Praxis früher offenbar selbst aus (Gal 5,11). Er verstand sich als "Eiferer für das Gesetz" (Gal 1,14), der dessen Vorschriften auch gegenüber Mitjuden vorbildlich erfüllt habe (Phil 3,6).

In diesem Streben wurde er ein erbitterter Gegner jener hellenistischen Judenchristen, die in der jüdischen Diaspora missionierten und dabei neugetauften Heiden die Befolgung der Tora erleichterten, indem sie auf deren Beschneidung verzichteten.

Laut Lukas war Paulus sogar im Auftrag des Sanhedrin an der Aufsicht über die vorschriftsmäßige Steinigung des ersten christlichen Märtyrers Stephanus beteiligt (Apg 7,58; 8,1). Dieser erscheint als Wortführer jener Gruppe von Hellenisten, die in der Jerusalemer Urgemeinde als erste mit der Heidenmission begannen, den Tempelkult ablehnten und dadurch in Konflikt mit den sadduzäischen Tempelpriestern gerieten.

Paulus selbst schweigt jedoch über diesen Prozess. Wo er über seine frühere Christenfeindschaft berichtet, betont er, er sei erst nach seiner Bekehrung erstmals nach Jerusalem gereist (Gal 1,18), die Gemeinden Judäas hätten ihn vorher nicht gekannt (Gal 1,22). Die Verfolgung galt also wohl nur den hellenistischen Christengemeinden außerhalb Palästinas, die die Tora für ihre Mitglieder nicht verbindlich machten.

die Bekehrung des „Saulus“

Die Bekehrung

Paulus selbst erwähnt das Ereignis, durch das er Christ wurde, mehrfach in seinen Briefen:

  • Gal 1,15-17
  • Phil 3,7-9
  • 1. Kor 15,8f
  • 2. Kor 4,1.5-6

Es fällt auf, dass keine dieser Stellen die Erfahrung ausmalt, die Paulus vom Christenverfolger zum Verkünder des Evangeliums verwandelte. An allen Stellen ist dieses persönliche Erlebnis nur Beispiel für die Erkenntnis Jesu Christi, die dieser selbst allen Menschen eröffnen und ermöglichen will. Es lässt sich nicht isoliert von seiner universalen Zielrichtung beschreiben.

Nach Gal 1,11 ist dieses Evangelium nicht menschlicher Art; es habe ihn ergriffen (Phil 3,8) und geradezu gezwungen, sein bisheriges Leben aufzugeben und nur noch Jesus Christus zu verkünden. Paulus deutet dieses Ergriffenwerden als Entscheidung Gottes über sein Leben, die vor seiner Geburt gefallen sei: Dieser habe ihn von meiner Mutter Leib an auserwählt und ihm seinen Sohn offenbart, um ihn zum Apostel der Völkermission zu berufen (Gal 1,15). Er verstand sein Amt also analog zu Jeremia, der sich ebenso zum Propheten für Israel und die Völker berufen fühlte (Jer 1,5; vgl. Jes 49,1).

Paulus betont, er sei dieser Berufung drei Jahre lang gefolgt und habe erst dann die Jerusalemer Urgemeinde besucht (Gal 1,17-20). Man nimmt an, dass er dort das schon fixierte urchristliche Glaubensbekenntnis mit der Liste der Auferstehungszeugen übernahm, das er in seinem etwa 56 verfassten 1. Korintherbrief zitiert (1. Kor 15,3-7) und ergänzt (Vers 8):

Zuletzt von allen ist er auch von mir, einer Missgeburt, gesehen worden. Denn ich bin der Geringste unter den Aposteln, der ich nicht wert bin, ein Apostel zu heißen, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe.

Er stellte seine Bekehrung also in die Reihe der älteren Jüngerberufungen, die ihm die Jerusalemer Augenzeugen um 36 berichteten. Welcher Art diese waren, erfährt man nicht. Der formelhafte Ausdruck ophtae (gesehen worden = erschienen) verweist auf Visionen analog zur jüdischen Apokalyptik, die als von Gott offenbarte Vorwegnahme endzeitlicher Ereignisse erfahren und weitergegeben wurden (z.B. Dan 7,1-14). Denn Paulus schloss hier sein berühmtes Kapitel über die Totenauferstehung an, einen Glauben, den er mit anderen jüdischen Gruppen wie Pharisäern, Zeloten und Essenern teilte.

Um 90 berichtete Lukas über das sogenannte Damaskuserlebnis in drei Versionen:

  • erzählend in Apg 9, 1-18;
  • als Eigenbericht des Paulus in Apg 22,6-16 und Apg 26,12-14.

Missionsreisen

Die missionarische Arbeit des Paulus ist davon gekennzeichnet, dass er die Botschaft von Christi Auferstehung möglichst weit verbreiten wollte. Schon recht früh kam ihm wohl er Gedanke, zu diesem Zweck in das damalige Zentrum der Welt - nach Rom - zu reisen (Apg 19,21). Aus diversen Gründen kam es dazu jedoch erst am Ende seiner Wirksamkeit.

Die missionarische Tätigkeit des Paulus ist folgendermaßen zu charakterisieren: Zusammen mit einem teilweise wechselnden Mitarbeiterstab (Paulusbriefe und Apg nenenn u.a. Barnabas, Timotheus, Titus, Erastus, Silas) brach der Apostel auf in große antike Städte (z.B. Philippi, Korinth, Ephesus), um sich dort längere Zeit niederzulassen. Dabei versuchte er, christliche Gemeinden aufzubauen. Sobald diese Gemeinden selbständig in der Lage waren, sich zu organisieren, brach Paulus auf in die nächste Stadt. Paulus missionierte also in den hellenisierten Großstädten, von wo aus die neuen Gemeinden das Hinterland missionierten. Nach Verlassen der neu gegründeten Gemeinden hielt Paulus Briefkontakt mit diesen, so dass es möglich blieb auf Probleme und aktuelle Fragen zu antworten. Die beiden Korintherbriefe bilden dafür anschauliche Beispiele. Denn in ihnen beantwortet der Apostel ihm gestellte Fragen (1. Kor) bzw. versucht, aufgetretene Probleme zu schlichten (1. Kor, 2. Kor).

Eine erste ausgedehnte Mission führte Paulus gemeinsam mit Barnabas nach Zypern und durch die Südtürkei (Apg 13). Jedoch ist die Geschichtlichkeit dieser Reise in theologischen Fachkreisen stark umstritten. Gesichert ist, dass Paulus mit Timotheus, Silas u.a. durch Griechenland gereist ist (Apg 16-18) und dabei vor allem in Korinth längere Zeit Station machte - diese Reise wird häufig als die so genannte zweite Missionreise bezeichnet.

A further travel route led Paulus afterwards by small Asia after Ephesus - the third mission journey in such a way specified (Apg 19-21).

Finally traveled Paulus from Ephesus again by its municipalities created last, in order to in-collect and after Jerusalem bring a Kollekte. Bei der Ankunft in Jerusalem wurde er von den römischen Behörden verhaftet und nach längerem Hin und Her schließlich nach Rom überstellt, wo er vermutlich das Martyrium erlitt.

Verhältnis zu Frauen, Krankheit

Paulus blieb, im Unterschied zum Apostel Petrus, sein Leben lang unverheiratet (vgl. Zölibat) und hatte zur Sexualität eine sehr kritische, wenngleich nachsichtige Einstellung (1. Kor 7,1f). Nach 2. Kor 12,7 litt er unter einer schmerzhaften Körperbehinderung (der „Pfahl im Fleisch“, der „Engel Satans, der mich mit Fäusten schlagen muss, damit ich mich nicht überhebe“), die vielleicht eine rheumatische Erkrankung oder eine Arthrose war, die ihn zwar nicht am Reisen hinderte, aber bewirkte, dass seine Handschrift groß und ungelenk wurde (Gal 6,11).

Gefängnisaufenthalte

Bereits in Ephesus befand sich Paulus einmal in Gefangenschaft (2. Kor 1,8f und Phil 1,12-14). Bei einer Reise nach Jerusalem wurde er von der römischen Besatzungsmacht gefangengesetzt und von der dortigen jüdischen kollaborierenden Verwaltung angeklagt. Nach einer rechtlichen Auseinandersetzung wurde er nach Rom verbracht, um dort seinen Rechtsanspruch als römischer Bürger vor dem Kaiser vorzutragen - was sein Privileg als römischer Bürger war. Mit der Ankunft in Rom endet in der Apostelgeschichte der Bericht über Paulus.

Märtyrertod unter Nero

Nach der Überlieferung der römischen Gemeinde wurde er dann 64 n. Chr. als Märtyrer unter Nero in Rom durch das Schwert hingerichtet - eine Kreuzigung blieb ihm aufgrund seines Bürgerrechts wohl erspart. Sein Grab soll sich in Rom unter der Kirche San Paolo fuori le mura (St. Paul vor den Mauern) befinden, das der italienische Archäologe Giorgio Filippi im Juni 2005 wiedergefunden haben will.

Theologie

Die Theologie des Paulus ist in seinen Briefen ausgeführt (insbesondere im Römerbrief und im Galaterbrief).


Grundzüge

Grundlegende Argumentationsbasis für die Theologie des Paulus ist die These, dass Christus für uns gestorben ist (Gal 2,21). Wer daran glaubt, gehört zur Gruppe der Erlösten. Deshalb lehnt Paulus auch die Übernahme der jüdischen Gesetze (Beschneidung u.a.) ab. Denn nicht durch Einhaltung von Gesetzen, sondern durch den Glauben an die Rettungstat Christi wird der Mensch erlöst.

Dies bedeutet natürlich nicht, dass Paulus alle Gesetze frei gibt. Es existiert für ihn ein "Gesetz Christi" (Gal 5; Röm 13), das jeder Gläubige erfüllt.

Entscheidend für das Verständnis der paulinischen Theologie ist die unbedingte Naherwartung der Endzeit. Gott wird diejenigen erretten, die sich dem Glauben an die Heilstat Christi zuwenden. Damit ist religionsgeschichtlich eine wichtige Wandlung erfolgt: Als Jude war Paulus der Überzeugung, dass derjenige errettet wird, der das jüdische Gesetz vollständig beachtet. Seit seiner Berufung zum Heidenapostel setzt Paulus einen vollständig anderen Akzent: Nicht mehr die Befolgung der Gesetze errettet, sondern der Glaube. Man muss also nicht mehr Jude sein, um errettet zu werden. Daraus folgt für Paulus ein dringender Auftrag: Alle, auch die Heiden, müssen darüber informiert werden. Es geht Paulus darum, dass alle Menschen die Botschaft hören, dass sie der Glaube an Christus errettet.

Damit will Paulus nicht das Judentum auflösen. Ihm geht es allein darum, die Nichtjuden, im damaligen Sinne die Heiden, zu retten. Paulus lässt den Vorrang des Judentums weiterhin bestehen (Röm 9-11). Aber die Nichtjuden sind eben seit dem Christus-Ereignis in den Kreis der Erretteten mit aufgenommen, sofern sie den Glauben annehmen (Gal 3-5).

Bei den theologischen Ausführungen des Paulus geht es also um eine Korporationsfrage (wer gehört zum Kreis der Erretteten?) und nicht um eine Individuumsfrage (was muss ich tun, um gerettet zu werden). Erst Luther liest Paulus - aufgrund der Fragen seiner Zeit und seiner Person - individualistisch und stellt die Frage, was der gläubige Christ zu tun hat, um Gerechtigkeit zu erlangen.


Erlösung der Erretteten

Wer an die Heilstat Christi glaubt, der ist nach Paulus gerecht vor Gott. Den Glaubenden ist die Errettung sicher. Doch wie drückt sich diese Errettung aus? Für Paulus handelt es sich um eine völlig neue Existenz, die der glaubende Mensch erhält (1. Kor 15). Schon im Diesseits vom Heiligen Geist beeinflusst, kann der Glaubende nach dem Tod die Auferstehung erwarten, die als Gemeinschaft mit Christus unter Ablegung des "Fleisches" zu verstehen ist. Gegenwärtig also bereits steht der glaubende Christ durch den Heiligen Geist in Verbindung mit Gott, für die Zukunft steht die vollendete Erlösung aus.


Das Heilsgeschehen

Paulus geht davon aus, dass Christus für uns gestorben ist. Da Gott nun nichts veranlasst, was nicht notwendig ist, muss dieser Tod Christi notwendig gewesen sein. Er war notwendig für die Erlösung der Menschen. In diesem Sinne ist des Apostels Aussage "aus dem Gesetz wird niemand gerecht" zu verstehen: Die Erlösung des Menschen ist allein durch den Glauben an die Heilstat möglich. Aus dem Gesetz allein heraus ist sie nicht möglich. Denn wäre sie möglich, dann wäre der Tod Christi nicht notwendig gewesen!

Damit ist das Zentrum der paulinischen Theologie angeschnitten: die Frage nach der Rechtfertigung aus dem Glauben. Bekannt ist die Wendung "aus Glauben wird der Mensch gerecht, nicht aus den Werken des Gesetzes" (vgl. Gal 2,15-21). Paulus will damit ausdrücken, dass nicht das jüdische Gesetz den Weg zum Heil darstellt, sondern der Glaube. Er exemplifiziert dies am Beispiel Abrahams (Gal 3,6-14), der von Gott im Alten Testament als Beispiel eines Gerechten gerühmt wird, wohingegen das jüdische Gesetz erst später eingeführt wird. Für Paulus ist Abraham das Beispiel dafür, dass man vor Gott gerecht wird, auch ohne das jüdische Gesetz.

Paulus argumentiert (Gal 3,6-14), dass Gott dem Abraham die Zusage des Heils gegeben hat. Erst danach hat Gott das Gesetz eingeführt, um vor der Macht der Sünde zu schützen. Mit der Sendung Christi aber ist die Macht der Sünde gefallen, Christus ist die Erfüllung der Heilsverheißung an Abraham. Das Gesetz hat und hatte nie Heilsfunktion, sondern nur Schutzfunktion.

In der gegenwärtigen theologischen Forschung stark umstritten ist die Frage, was Paulus meint, wenn er sagt, "aus Werken des Gesetzes wird niemand gerecht". Hatte Luther noch gemeint, Paulus drücke damit aus, dass jeder Versuch, das Gesetz zu erfüllen eine Art Selbstgerechtigkeit wäre, so wird heute eher angenommen, Paulus wolle auf die Nichtigkeit des Gesetzes für die Heilserlangung hinweisen: Egal ob ich das Gesetz erfülle oder nicht, dies bedeutet nichts für das Heil. Das Gesetz hat keine Heilsfunktion mehr, weil es jetzt Christus gibt (so Ed Parish Sanders); das Gesetz hat keine Heilsfunktion, weil Gott auch nichtjüdische Gläubige unter dem Heil wissen will (so James Dunn); das Gesetz hatte noch nie Heilsfunktion (so Michael Bachmann).


Ethik

Das von Gott gegebene Gesetz kann nicht zur Erlösung führen. Dennoch ist es für Paulus ein gutes, heiliges und gerechtes Gesetz. Denn durch den Akt des Glaubens ist der Mensch befreit von der Macht der Sünde und befähigt, das Gesetz Christi zu erfüllen. Grundlage des Gesetzes ist das Liebesgebot Christi. Keine Grundlage hingegen sind äußerliche Rituale wie Beschneidung u.ä.

Paulusbriefe im Neuen Testament

Der schreibende Paulus in einer frühmittelalterlichen Ausgabe seiner Briefe

Evangelikale Theologen gehen davon aus, dass alle Schriften des Neuen Testaments, die beanspruchen, von Paulus verfasst worden zu sein, (das heißt alle Paulusbriefe) auch tatsächlich von Paulus stammen.

  • In der Überlieferung wird ihm manchmal auch der Hebräerbrief zugeschrieben.

Näheres findet sich unter den einzelnen Briefen.

Bedeutung

Paulus ist, von Jesus Christus abgesehen, die Person in der Kirchengeschichte, die in praktisch allen Konfessionen als herausragend angesehen oder verehrt wird, am stärksten im Protestantismus. Diese Verehrung entwickelte sich langsam, in der frühen Kirche hatte Paulus noch nicht das Ansehen, das ihm später zuteil wurde. Im 7. Jahrhundert entwickelte sich in Kleinasien die Glaubensrichtung der Paulikianer, die seine Briefe als wichtigsten Teil der heiligen Schrift ansahen.

Andererseits ist Paulus auch mindestens seit der frühen Neuzeit ein beliebtes Ziel von Angriffen durch Kritiker des bestehenden Christentum, die ihm häufig vorwerfen, die Lehre Jesu in diese oder jene Richtung verfälscht zu haben.

In der katholischen Weltkirche ist Paulus der Schutzpatron der Theologen und Seelsorger, Weber, Zeltwirker, Korbmacher, Seiler, Sattler und Arbeiterinnen, sowie der katholischen Presse. Er wird als Heiliger angerufen für Regen und Fruchtbarkeit der Felder und gegen Furcht, Ohrenleiden, Krämpfe und Schlangenbiss.

In der Kunst wird er gewöhnlich als kahlköpfiger, bärtiger Mann mit Buch und/oder Schwert dargestellt. Der Gedenktag von Paulus (und Petrus) ist der 29. Juni; Näheres siehe bei Simon Petrus.

Siehe auch

Literatur

Historisch-kritische Gesamtdarstellungen

  • Jürgen Becker: „Paulus. der Apostel der Völker.“ UTB, Stuttgart 1998, ISBN 3825220141 (historisch)
  • Klaus Berger: „Paulus.“ Beck, München 2001, ISBN 3406479979 (allgemein verständlich, aber manchmal oberflächlich)
  • Günther Bornkamm: „Paulus.“ Stuttgart 1979, ISBN 3170124676 (historisch-kritisches Standardwerk; geht von den Briefen aus und zieht die Apg. erst sekundär hinzu)
  • Joachim Gnilka: Paulus von Tarsus - Zeuge und Apostel. Freiburg 1996.
  • Eduard Lohse, „Paulus“, München 1996, ISBN 3406409490 (umfangreich, informativ, leicht lesbar)
  • Gerd Lüdemann: „Paulus, der Gründer des Christentums.“ Göttingen 1980 ISBN 3934920071 (umstrittene Ansichten)
  • Ed Parish Sanders: „Paulus. Eine Einführung.“ Reclam, Stuttgart 1995, ISBN 3150093651 (knappe Einführung in die wichtigsten Probleme der historisch-krischen Paulus-Forschung)
  • Udo Schnelle, „Paulus“, Berlin 2003, ISBN 3110151642 (aus wissenschaftlicher Perspektive, sehr umfangreich)

Theologie des Paulus

  • Georg Eichholz: „Die Theologie des Paulus im Umriss.“ Neukirchen-Vluyn 1991 (Standardwerk: sieht Paulus als Begründer der reformatorischen Rechtfertigungslehre und betont seine Treue zu Israel)
  • Otto Hofius: „Paulusstudien“. Tübingen 1989
  • Hans Hübner: „Biblische Theologie des Neuen Testaments“, Band 2: „Die Theologie des Paulus und ihre neutestamentliche Wirkungsgeschichte.“ Göttingen 1993
  • Ernst Käsemann: „Gottesgerechtigkeit bei Paulus.“ in: „Exegetische Versuche und Besinnungen“, Band 2, Göttingen 1964, S. 181-193 (bahnbrechender Aufsatz, der die Rolle der spätjüdischen Apokalyptik für Paulus betont und darin die Kontinuität zu Jesus und der Urgemeinde sieht)
  • Albert Schweitzer: „Die Mystik des Apostels Paulus.“ 1930 (ein älteres Standardwerk, das Paulus gegen Luther abgrenzt)
  • Gerd Theißen: „Psychologische Aspekte paulinischer Theologie.“ Göttingen 1993 (Exegese anhand von vier psychologischen Methoden)

Biographie/Chronologie des Paulus

  • Friedrich Wilhem Horn, „Das Ende des Paulus“, Berlin 2001, ISBN 3110170019 (Aufsatzsammlung zur Endphase im Leben des Paulus)
  • Rainer Riesner, „Die Frühzeit des Apostels Paulus“, Tübingen 1994, ISBN 3161458281 (entgegen dem Titel eine vollständige Darstellung der Biographie des Apostels, sehr detailliert und fundiert)
  • Alfred Suhl, „Paulus und seine Briefe“, Gütersloh 1975, ISBN 3579044508 (Auswertung der biographischen Selbstaussagen des Apostels in seinen Briefen)
  • Holger Zeigan, „Aposteltreffen in Jerusalem“, Leipzig 2005, ISBN 3374023150 (neueste Erscheinung zur Biographie des Paulus, schwerpunktmäßig mit dem Apostelkonvent von Gal.2 beschäftigt)

Außerchristliche Darstellungen

(siehe auch die Angaben zu den Artikeln Urchristentum und Alte Kirche und die zu den einzelnen Briefen genannte Literatur)

Weblinks

Wikiquote: Paulus von Tarsus – Zitate
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|
| * Literatur von und über Paulus von Tarsus im Katalog der DDB

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Biografie

Theologie


 

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