Präfekt

a Präfekt (Latin praefectus, of praeficere = „set forward “) is generally sense of word a chief or a superior.

Inhaltsverzeichnis

Präfekten im Römischen Reich

Im Römischen Reich wurde als Präfekt eine Person bezeichnet, die von einem Magistrat oder dem Kaiser mit der Wahrnehmung einer bestimmten Aufgabe in Verwaltung oder Militär betraut wurde.

Präfekten aus dem Senatorenstand

Praefectus urbi
ranghoher Senator, formaler Stellvertreter des Kaisers für die Stadt Rom und Kommandant der Cohortes urbanae. In der Spätantike gehörten die Stadtpräfekten von Rom und Konstantinopel zu den höchsten Würdenträgern im Reich.
Praefectus aerarii militaris
drei Senatoren, die die Praetur bekleidet hatten und das aerarium militare (Versorgungskasse für die Veteranen) verwalteten
Praefectus aeraris Saturni
zwei Senatoren, die den Staatsschatz verwalteten
Praefectus alimentorum
Senator, zuständig für die alimenta (Fonds für die Versorgung bedürftiger Kinder)
Praefectus frumenti dandi
zwei gewesene Praetoren, für die Gratisverteilung von Getreide in Rom

Präfekten aus dem Ritterstand

Praefectus Aegypti
Statthalter von Ägypten, das ranghöchste Amt, das einem Eques zugänglich war
Praefectus annonae
verantwortlich für die Getreideversorgung Roms. Das Amt gab es auch für andere Städte des römischen Reiches
Praefectus civitatis
Statthalter einer Region, die (noch) nicht in die eigentliche Provinzverwaltung einbezogen war. Ein bekanntes Beispiel ist Pontius Pilatus, Praefectus von Judäa.
Praefectus vehiculorum
Leiter des cursus publicus, des staatlichen Beförderungswesens
Praefectus praetorio
der Prätorianerpräfekt, dessen Amt in der Spätantike zum Haupt der zivilen Reichsverwaltung umgewandelt wurde.
Praefectus vigilum
Kommandant der Vigiles in Rom
Praefectus legionis
Kommandant einer der in Ägypten stationierten Legionen (entspricht dem Legatus legionis bei anderen Legionen)
Praefectus alae
Kommandant einer Auxiliarkavallerieeinheit, bis Caludius auch oft ein Karriereposten für Centurios, dann fast nur noch an Ritter vergeben.
Praefectus castrorum
Kommandant eines Legionslagers, in der Regel aufgestiegen aus der Laufbahn der Centurionen
Praefectus classis
Kommandant einer der römischen Flotten
Praefectus fabrum
eigentlich „Vorsteher der Handwerker“ (= Pioniere) im römischen Heer, teilweise auch für andere Offiziere gebraucht

Weitere Präfekten

Praefectus collegii
Vorsteher eines Berufsvereins
Praefectus iure dicundo
mit der Rechtsprechung betraut

Katholische Kirche

In der katholischen Kirche ist der Präfekt ein leitender Geistlicher, zum Beispiel in Missionsgebieten (Apostolischer Präfekt), vor allem aber an der Kurie; hier werden diejenigen Kardinäle als Präfekten (Kardinalpräfekten) bezeichnet, die mit der Leitung

  • der Kurienkongregationen
  • der Apostolischen Signatur, oder
  • der Präfektur für die wirtschaftlichen Angelegenheiten des Heiligen Stuhls betraut sind.
  • Erzieher in einem Internat. Präfekt/innen betreuen die Schüler in der Freizeit und bei der Erledigung der Hausaufgaben.

Der Präfekt in Frankreich

In Frankreich ist der Präfekt (französisch préfet) der Vertreter des Zentralstaates auf der Ebene der Départements.

Bis 1982 war der Präfekt auch der höchste Verwaltungsbeamte eines Départements. Seit den Dezentralisierungsgesetzen von 1982, die aus den vormaligen schlichten Verwaltungsuntergliederungen Département und Gemeinde vollwertige Gebietskörperschaften mit eigenem Wirkungsbereich machte, wird die Verwaltung der Départements vom gewählten Präsidenten des Generalrats geleitet.

Der Präfekt ist allerdings weiterhin Vertreter des französischen Staates im Département und wird daher auch heute noch vom Staatspräsidenten ernannt. Er ist außerdem Leiter der gesamten dekonzentrierten Staatsverwaltung im Département; als solchem kommen ihm insbesondere weitreichende Polizeibefugnisse zu (Chef der im Département befindlichen Brigaden der Gendarmerie Nationale). Zudem obliegt dem Präfekten die mit der Dezentralisierung erforderlich gewordene Kommunalaufsicht. Er besitzt auch Befugnisse in der Entwicklungsplanung.

Als Vertreter des Staates und ausführendes Organ der Politik wird vom Präfekten absolute Loyalität gegenüber Paris gefordert. Dies erklärt, warum nur treue Weggefährten des jeweiligen Staatspräsidenten von diesem auf vakante Präfekturen berufen werden.

Die Leitung der Arrondissements wird von Unterpräfekten (französisch sous-préfets) erledigt, die ihren Sitz in der Unterpräfektur (französisch sous-préfecture) haben. Die Verwaltung des Arrondissements, in dem der Hauptort des Départements liegt, wird in Personalunion vom Präfekten des Départements (also ohne eigenen Unterpräfekten) geleitet.

An jenen Orten, die zugleich Hauptort einer Region sind, vertritt der Präfekt als Regionalpräfekt (französisch préfet de région) auch die Interessen des Staates gegenüber den Organen der Region.

Den Präfekten stehen eine Dienstwohnung (in der Präfektur) und ein Dienstwagen zur Verfügung. Sie dürfen ihr Département nur mit Genehmigung des Staatspräsidenten verlassen, da sie in Not- oder Katastrophenfällen mit der Koordination und Leitung aller Sicherheits- und Rettungsdienste betraut sind.

Der Präfekt in Italien

Der heutige italienische Nationalstaat ging 1861 aus dem Königreich Sardinien-Piemont hervor, dessen Verwaltung nach napoleonisch-französischem Muster organisiert war. Aus diesem Grund unterscheiden sich die Präfekten Italiens und Frankreichs nur unwesentlich.

Innerhalb des höheren italienischen Verwaltungsdienstes bilden die Präfekten eine besondere, in mehrere Stufen unterteilte Laufbahngruppe. Präfekten sind im Innenministerium oder in dessen Geschäftsbereich angesiedelten Behörden und Organisationen leitend tätig. Sie können aber auch in anderen Bereichen der Regierung (z. B. als Nachrichtendienstkoodinator im Amt des Ministerpräsidenten) arbeiten. Ihre Hauptaufgabe ist jedoch die Vertretung der Zentralregierung in den Provinzen.

Italien besteht aus 20 Regionen, 103 Provinzen und über 8.100 Gemeinden (Stand 2005). Daneben gibt es noch provinzfreie größere Städte (città metropolitane). Provinzen und Städte können als Selbstverwaltungskörperschaften noch in (unselbständige) Bezirke (circondario) bzw. Stadtbezirke unterteilt werden.

Regionen, Provinzen und Gemeinden sind sowohl dezentralisierte Verwaltungsbezirke der nationalen Regierung in Rom als auch Selbstverwaltungskörperschaften mit eigenem Aufgabenbereich, eigener Regierung und eigener Volksvertretung.

Die nationale Regierung unterhält in ihren dezentralen Verwaltungsgebieten je nach Bedarf Außenstellen der Ministerien in Rom (z. B. regionale Schuldirektionen oder in den Provinzen Finanzämter des Finanzministeriums). In den Regionen führt im Gegensatz zu Frankreich ein als Regierungskommissar bezeichneter Beamter die Aufsicht über die dezentralen nationalen Behörden auf regionaler Ebene und zugleich die verwaltungsrechtliche Aufsicht über die Regionalregierung (eine Selbstverwaltungskörperschaft mit eigenen Kompetenzen, z. B. im Gesundheitswesen, Tourismus, Handel, in der Landwirtschaft und im Bauwesen). Auf Provinzebene haben diese Aufgaben wie in den französischen Départements die Präfekten inne, die zusätzlich die oberste Verantwortung für die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Provinz tragen. Sie beaufsichtigen die Arbeit der dezentralen nationalen Behörden in der Provinz und daneben auch die Provinzregierung (Selbstverwaltungskörperschaft). Die Gemeinden haben neben eigenen Selbstverwaltungskompetenzen noch einen übertragenen staatlichen Aufgabenbereich (z. B. Standesamt, Einwohnermeldeamt). Hier ist der Bürgermeister zugleich Vertreter des Staats. Doch unterliegt sowohl die Gemeinde als auch ihr Bürgermeister ebenfalls der Aufsicht des Präfekten.

In Italien wurde im Rahmen der Föderalisierungsbestrebungen wiederholt gefordert, die napoleonischen Präfekten (und die Regierungskommissare) abzuschaffen. Sie gelten als Aufpasser, die nicht in ein modernes, nach dem Prinzip der Subsidiarität aufgebautes Staatswesen zu passen scheinen. Viele denken noch an die Zeit, in der es im Königreich Italien (1861-1946) auf der Ebene der Provinzen und Gemeinden (Regionen gab es damals noch nicht) keine Selbstverwaltungskörperschaften gab, sondern nur eine allmächtige Staatsgewalt in Form von Präfekten als eiserne Faust der Zentrale in Rom und in der Regel ernannten Bürgermeistern. Heute nehmen die Präfekten in den Provinzen eher eine Mittlerrolle zwischen der nationalen Regierung und den Selbstverwaltungskörperschaften ein. In Notfällen, z. B. bei Naturkatastrophen und Unfällen, hat sich immer wieder gezeigt, dass ihre Koordinierungs- und Führungskompetenzen überaus nützlich sind.

 

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