Soziobiologie

the Soziobiologie investigates the biological bases of any forms of the social behavior with all kinds of social organisms including humans.

It analyzes the biological procedures, on which the organization of such units is based like the federation of parents and their descendants , termite colonies, bird crowds , Pavianhorden and hunter and collecting tank gangs. Das wirklich Neue an dieser Disziplin ist die Zusammenführung älterer Ansätze aus der Ethologie und der Psychologie mit neuen Resultaten aus Feldstudien und Laborversuchen sowie die Interpretation des Ganzen auf der Grundlage der modernen Genetik, der Ökologie und der Populationsbiologie.

Zum ersten Mal werden (menschliche) Gesellschaften streng als Populationen erforscht. Dabei bedienen sich die Wissenschaftler jener Instrumente, die innerhalb der Biologie ausdrücklich für die Untersuchung dieser höheren Organisationseinheiten entwickelt wurden. Der bisherige Forschungsgegenstand der Ethologie – die umfassenden tierischen Verhaltensmuster unter besonderer Berücksichtigung der Anpassung der Tiere an ihre natürliche Umwelt – wurde zur Grundlegung der Soziobiologie herangezogen. Die Ethologie bleibt dabei eine eigenständige Disziplin, welche die Soziobiologie in ihrer Zielrichtung und ihrem Forschungsgegenstand ergänzt.

(Edward O. Wilson (1979) in seinem Vorwort zur deutschen Ausgabe von Biologie als Schicksal – Die soziobiologischen Grundlagen des menschlichen Verhaltens Ullstein-Verlag 1980 ISBN 3-550-07684-3. Titel der amerikanischen Originalausgabe: On Human Nature)

Inhaltsverzeichnis

Evolution von Sozialverhalten

Im Gegensatz zur Ethologie (der klassischen vergleichenden Verhaltensforschung) hat die Soziobiologie auch die Evolution von Sozialverhalten. Dabei steht die Betrachtung des adaptiven Wertes von Verhaltensweisen als Bestandteil des Gesamtverhaltens einer Art im Vordergrund.

Die Soziobiologie geht von einer unbegrenzten Replikationstendenz (Vermehrungstendenz) der Gene aus. DNS-Molekülketten sind die Träger der Gene und haben die Fähigkeit und das Bestreben, ständig Kopien von sich selbst herzustellen. Gene zeichnen sich dadurch aus, dass sie im Gegensatz zu jedem sterblichen Körper Generationen überdauern können und über unendliche Möglichkeiten der Neukombination, vor allem bei geschlechtlicher Fortpflanzung, verfügen. Die Ausdrucksform des Genotyps, der jeweils eine einmalige Verbindung von Genen darstellt, ist der Phänotyp, das heißt die sich aufgrund der im Genotyp enthaltenen Information ausprägenden Körpermerkmale des Individuums.

Der Phänotyp - und als einer seiner Aspekte das Verhalten - bildet den unmittelbaren Ansatzpunkt für den Selektionsprozess (Auswahlprozess). Gut angepasste Phänotypen zeichnen sich durch hohe Fortpflanzungsraten aus. Das heißt, ihre Gene können sich gegenüber den Genen weniger gut angepasster Phänotypen ausbreiten. Begünstigt werden Gene, die ihre Träger mit Verhaltensweisen ausstatten, mit denen sie die ihnen zur Verfügung stehende Zeit und Energie erfolgreicher im Kampf um knappe Ressourcen einsetzen können als konkurrierende Individuen oder Artgenossen. Kurz: Sie sichern sich dadurch Überlebens- oder Ausbreitungsvorteile. Die Maßeinheit für die Eignung eines Gens ist folglich die Häufigkeit seiner Verbreitung in der nächsten Generation.

Die Soziobiologie hat gezeigt, dass Gene – und nicht etwa Gruppen oder Arten – die Einheiten sind, an denen Selektion ansetzt. Anders als von der Gruppenselektionstheorie angenommen werden nicht Verhaltensweisen begünstigt, die das Beste für eine bestimmte Gruppe oder Art zu erzielen versuchen, sondern Selektion findet am Individuum statt. (Umstritten)

Die Soziobiologie bietet zur Erklärung der Entstehung altruistischer Verhaltensweisen verschiedene Ansätze an:

Kin-Selektion

(auch: Verwandtenselektion, Sippenselektion):
Die Gesamteignung eines Gens ist anhand zweier Komponenten ablesbar:

  1. an der Eignung in einem Individuum selbst
  2. an der Verbreitung über Verwandte.

Es muss folglich Strategie der Gene sein, ein Verhalten zu erzeugen, das die Verbreitung und Eignung der Gene nicht nur individuell, sondern auch über Verwandte maximiert. Je näher zwei Individuen miteinander verwandt sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie Träger gleicher Gene sind. Altruistisches (nichtegoistisches) Verhalten gegenüber Verwandten steigert also die Verbreitung der eigenen Gene und ist umso lohnender, je höher der Verwandtschaftsgrad ist. Alle Strategien zur Maximierung der Verbreitung von Individuen und ihrer Gene unterliegen immer wieder der Evolution und den auftretenden Umweltveränderungen, das heißt es handelt sich um einen dynamischen Prozess.

reziproker Altruismus

Ein weiterer Erklärungsansatz ist das Konzept des reziproken Altruismus: Ein Helfergen kann sich durchsetzen, wenn es dem Helfer direkt zu Gute kommt und er durch dieses Gen auch Hilfsempfänger werden kann.

Soziobiologie des Menschen

Der Versuch, soziobiologische Erkenntnisse auf den Menschen zu anzuwenden, ist relativ neu. Sie konkurriert hier mit biosoziologischen Ansätzen.
Die Komplexität menschlichen Verhaltens sowie das Vorhandensein einer ethischen und moralischen Ebene erschwert die Forschung. Dennoch hat sich die Soziobiologie bemüht, an Hand von Untersuchungen menschlicher Gesellschaften zu zeigen, dass auch menschliches Verhalten einer natürlichen Auswahl unterliegt und Anpassungscharakter hat. Übereinstimmungen im Verhalten von Menschen verschiedener Gesellschaften deuten auf ein Vorhandensein biologischer Faktoren hin und können mit Hilfe der Evolutionstheorie erklärt werden. Während sich die konventionelle Soziobiologie zunächst nur mit der Analyse allgemeiner Verhaltensweisen, ihrer Bedeutung, ihren Vorteilen sowie ihrer genetischen Grundlage unter Einbeziehung der jeweiligen Umweltsituation beschäftigt hat, konnten viele Aspekte menschlichen Handelns erst durch die Theorie von der Gen-Kultur-Koevolution erklärt werden. Sie ermöglichte eine integrative Sicht von Biologie und Sozial- beziehungsweise Humanwissenschaften.

Die Gen-Kultur-Koevolution versucht, den Widerspruch zwischen genetischer Bestimmung von menschlichem Verhalten und kultureller Entwicklung zu überwinden. Sie geht davon aus, dass eine Wechselwirkung zwischen genetischer Weitergabe von Verhalten und kultureller Informationsübertragung besteht. Die Entwicklung des menschlichen Geistes war ihrer Auffassung nach Ergebnis bestimmter genetisch gesteuerter physikalischer Prozesse. Dadurch wurde überhaupt erst die Ausbildung einer Kultur möglich, die ihrerseits wieder Rückwirkung auf die geistige Entwicklung des Menschen hatte. Ebenso wie genetisch festgelegte unterliegen auch kulturelle Verhaltensweisen einer natürlichen Auswahl. Das heißt, es gibt gut und weniger gut angepasste, wobei die aufgrund ihrer genetischen Anlagen besser angepassten Verhaltensweisen schließlich mit größerer Häufigkeit verbreitet werden. Menschliche Kultur ist also Ergebnis positiver Selektion. Gewisse geistige Fähigkeiten haben sich als förderlich im Sinne der Evolution erwiesen. Mit Hilfe seiner Kultur hat der Mensch Probleme wie Selbsterhaltung und Fortpflanzung besser lösen können und sich dabei Vorteile bei der Anpassung an vorgegebene Umweltbedingungen erworben.

Dennoch unterscheiden sich genetische und kulturelle Evolution in wesentlichen Merkmalen. Bei der ersteren werden Erbinformationen über den Mechanismus der Fortpflanzung weitergegeben. Dies hat eine beständige, kontinuierliche, dafür wenig flexible Entwicklung und Anpassung zur Folge. Die kulturelle Evolution beruht auf erlernten Dingen sowie individuellen Erfahrungen, die im Gehirn gespeichert, verarbeitet, variiert und schließlich an die Nachkommen weitergegeben werden. Sie beinhaltet dadurch die Möglichkeit zur größeren Flexibilität und schnelleren Anpassung, kann aber unbeständiger sein. Dies erklärt die Vielfalt der Kulturen und die große Geschwindigkeit, mit der sich die menschlichen Entwicklung vollzogen hat. Man kann also festhalten, dass Kultur ebenso wie die genetische Weitergabe von Information durchaus im Dienste der erfolgreichen Fortpflanzung steht.

Kritik an und Grenzen der soziobiologischen Forschung

  • Streng genommen können die Erklärungsansätze nur auf angeborene Verhaltensweisen angewandt werden. Erlernte Verhaltensweisen sind nicht mehr allein einer biologischen Evolution unterworfen und benötigen andere Erklärungsansätze. So steht auch noch eine biologische Definition von Kultur aus (Ansätze finden sich in der Primatenforschung).
  • Mit dem Versuch einer Übertragung der Soziobiologie auf den Menschen erwuchs gleichzeitig auch eine scharfe Kritik an dieser Disziplin. Die Kritiker wandten sich gegen die Annahme einer genetischen Bestimmung menschlichen Verhaltens. Läge eine solche vor, könnte sie als Rechtfertigung für Phänomene wie Rassismus, Sexismus, Klassismus, Kapitalismus, Imperialismus und Sozialdarwinismus dienen und infolgedessen zur Legitimierung bestimmter politischer Ziele herrschender Klassen missbraucht werden (siehe auch Biologismus). Dies ist jedoch keineswegs die Absicht der Soziobiologie. Sie bemüht sich um eine Erforschung des Wesens des Menschen und seines Sozialverhaltens allein auf der Grundlage wissenschaftlicher Beweiskraft ohne ethisch-moralische Bewertungen sowie politische Zielsetzungen.
  • Ein weiterer Streitpunkt war die angebliche Unvereinbarkeit zwischen Biologie und Geisteswissenschaften. Vertreter dieser Position waren der Auffassung, dass menschlicher Geist und menschliche Kultur außerhalb biologisch bestimmbarer Mechanismen existierten, also einen völlig selbständigen Komplex bildeten. Diese Ansicht konnte jedoch durch die Gen-Kultur-Koevolutionstheorie und zugunsten einer Bestätigung des Vorhandenseins einer intensiven Wechselwirkung zwischen biologisch vorgegebenen Verhaltenstendenzen und kulturellen Normen zurückgewiesen werden.
  • Dies gilt besonders dann, wenn altruistische Verhaltensweisen erlernt und damit unabhängig von den Genen tradiert werden. So hat man bei vielen Säuger- und Vogeltierarten in Zoos beobachtet, dass von Hand aufgezogene weibliche Tiere ihre Jungen nicht mehr oder gar nicht aufziehen können.

Bedeutende Soziobiologen

Siehe auch

Literatur

Weblinks

 

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